Das größte Landsäugetier Europas kehrt zurück nach Deutschland und wandert wohl auf uralten Wegen. Helmut Brücher, beim Naturschutzbund Brandenburg (Nabu) Experte für den Elch, überraschte diese Meldung nicht. "Wir haben bis zu zehn Elche gleichzeitig in Brandenburg, meist im Herbst", berichtete er damals. Seit etwa zehn bis 15 Jahren steige eine Population in Polen an. Dort dürfe das Tier nicht mehr gejagt werden. Immer mehr zieht es die Kolosse auch nach Brandenburg. Nabu-Aufzeichnungen zufolge ist die weltweit größte Hirschart mit einer Schulterhöhe von bis zu 2,30 Metern und bis zu 800 Kilogramm Gewicht auch schon in Sachsen, Bayern und an der Ost- und Nordsee gesehen worden.

Während Experten davon ausgehen, dass sich die Tiere im dünn besiedelten Brandenburg mit seinen ausgedehnten Feuchtwiesen sowie Moor- und Bruchwäldern wieder dauerhaft ansiedeln, warnen Jäger und Forstleute.

Der Landesjagdverband hat einen Abschussplan gefordert, weil die Tiere im Gegensatz zum scheuen Rehwild nahende Autos nicht bemerken. Nicht nur schwere Unfälle waren bislang die Folge. Forstleute befürchten auch Schäden an Bäumen und Strauchwerk, da sich Elche von Blättern, Trieben, Rinde, Zweigen und Sträuchern ernähren.

Für Helmut Brücher, der den Elch-Managementplan begrüßt, gehören sie zur Naturvielfalt. Schließlich waren sie im Frühmittelalter ja schon mal über ganz Deutschland verbreitet.