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| 19:07 Uhr

Sie macht Karriere
Karoline auf den Spuren von Roger Cicero

Karoline Weidt aus Bad Liebenwerda singt jetzt im Bundesjugendjazzorchester BuJazzO - sie ist Studentin an der Hochschule für Musik in Dresden
Karoline Weidt aus Bad Liebenwerda singt jetzt im Bundesjugendjazzorchester BuJazzO - sie ist Studentin an der Hochschule für Musik in Dresden FOTO: Andreas Zach / LR
Bad Liebenwerda. Nächster Erfolg für 22-jährige Musikstudentin aus Bad Liebenwerda: Nach den Auftritten mit dem Landesjugend Jazz- & PopChor „Young Voices“ jetzt auf Tour mit dem Bundesjugendjazzorchester.

Es ist ein Riesending: Karoline Weidt aus Bad Liebenwerda ist jetzt Mitglied im Bundesjazzorchester (BuJazzO) der Jugend. Sie tritt damit in die Fußstapfen so renommierter Künstler wie Till Brönner, Roger Cicero, Tom Gaebel und Julia Hülsmann. Für sie und weitere 750 Absolventen war das BuJazzO einst Sprungbrett ihrer Karriere.

Für Karoline Weidt, die an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden Gesang und Gesangspädagogik studiert, ist damit ein weiterer Traum in Erfüllung gegangen. Ihr Glück hat sie dabei selbst in die Hand genommen, sich selbst Anfang des Jahres ums Vorsingen beim offiziellen Jugendjazzorchester der Bundesrepublik Deutschland beworben und der harten Jury in Bonn gestellt. Mit Erfolg. Sie ist aufgenommen worden.

Jedes Mitglied des Orchesters genießt maximal zwei Jahre die Förderung in diesem hochkarätigen Ensemble, dessen künstlerische Leitung in den Händen der Jazz-Ikonen Prof. Jiggs Whigham (Posaune) und Prof. Niels Klein (Saxofon) liegt. Sie haben den Staffelstab vom inzwischen verstorbenen Peter Herbolzheimer übernommen, der 1988 das Orchester gründete, namhafter Bigband-Leiter war und als einer der wohl besten deutschen Jazz-Arrangeure gilt.

Allein der Klang der Namen verzückt jeden, der sich der Jazzmusik verschrieben hat. So auch Karoline Weidt, die einerseits sagt, „unheimlich glücklich“ zu sein und anderseits die Chance gleich mit beiden Händen beim Schopfe packen will: „Ich kann da so viel lernen. Da freue ich mich riesig drauf.“

Zielstrebig war die Kurstädterin schon immer. Schon als kleines Kind hat sie zu Hause gesungen – und das nicht nur mit der Mutter oder der Oma beim Zubettgehen. Immer wieder betont Karoline, wie wichtig ihr diese zwei Menschen in ihrem Leben sind. Mutter Kerstin Weidt und Großmutter Charlotte Kittler – eine noch aktive und die andere im Ruhestand befindliche Lehrerin – „haben mich immer unterstützt.“ Schon im Kindergarten wurde ihr Talent gefördert. Ihre Mutter meldete sie bei der musikalischen Früherziehung an, mit fünf Jahren begann sie Blockflöte, später Klavier in der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ zu spielen. Sie war Mitglied im Kinderchor, den Elke Bachmann leitete, und im Musiktheater von Julia Blüthgen-Donath an der Grundschule in Bad Liebenwerda.

Ganz entscheidend gefördert hat sie ihr Gesangslehrer an der Kreismusikschule, Steven Demmel. Vor allem die von ihm ins Leben gerufene Talenteschmiede war es wohl, die Karoline auch die nötige Bühnensicherheit gab. „Da konnte ich mich ausprobieren, Konzertatmosphäre spüren“, sagt die junge Sängerin mit der Sopran-Stimme heute rückblickend.

Und dann die erfolgreiche Bewerbung im Landesjugend Jazz- & PopChor „Young Voices“ Brandenburg, die ebenfalls Steven Demmel mit forciert hatte. Im Chor sangen zeitweise gleich vier junge Sängerinnen aus der Musikschulschmiede in Elbe-Elster. Unvergessen bleiben die Auftritte, die Konzertreise nach China, die Wanderung durch die Mark Brandenburg, bei der die jungen Stimmen 270 Kilometer zu Fuß unterwegs waren und zehn Konzerte gaben. Der künstlerische Leiter, Prof. Marc Secara, ist einer der nächsten, von dem Karoline so viel lernte und der sie förderte.

Den Mut, sich beim BuJazzO zu bewerben, gab der Bad Liebenwerdaerin Prof. Céline Rudolph, ihre Hochschullehrerin für Jazzgesang. Doch es war vor allem ihre eigene Entschlossenheit. „Am Ende liegt es an einem selbst, was man aus sich macht. Am Willen, selbstständig lernen zu wollen, an der Motivation, Ziele zu erreichen und am Spaß, den man dabei entwickelt“, sagt sie.

Das BuJazzO sieht sie als einen weiteren wichtigen Schritt. Wohin der führt? „Viel ist denkbar - freischaffende Sängerin, Musikschullehrerin, Lehrerin am Gymnasium, die Zeit wird es zeigen“, sagt sie und wiederholt erneut: „Noch habe ich viel zu lernen.“

(fc)