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| 18:49 Uhr

Karneval in Plessa
Plessas Karneval feiert irre Festivalzeiten

Plessas Karnevalisten haben eine Mega-Show abgeliefert und die guten, alten Hardrock-Zeiten aufleben lassen. Dazu gab es tolle Choreografien, prächtige Bühnenbilder und farbenprächtige Kostüme.
Plessas Karnevalisten haben eine Mega-Show abgeliefert und die guten, alten Hardrock-Zeiten aufleben lassen. Dazu gab es tolle Choreografien, prächtige Bühnenbilder und farbenprächtige Kostüme. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler
Plessa. Achtung! Warnstufe Grün/Gelb - Aliwatschigefahr! Mit gleich „Drei auf einen Streich“, also mit drei Festivals aus Kiddi- Festival, Grand Opening und mit Sonne, Mond und Schischje ist der Plessaer Karnevalsverein am Wochenende in seine ultimative Saison gestartet. Von Rösler

Schon das Kiddi-Festival am Freitag stellte die Originale zwischen Woodstock 1969 und Wacken-Open-Air zum Thema Beweglichkeit weit in den Schatten. Hunderte herumtobende Kinder drohten das gerade erst frisch restaurierte Plessaer Kulturhaus in seine Bestandteile zu zerlegen. Entsprechend dem Motto: „Plessa feiert Karneval mit einem großen Festival“ haben die Plessaer Narren eine Vielzahl von Festivals und legendären Großveranstaltungen auf die Plessaer Kulturhausbühne geholt.

Vor allem die Anhänger von Musik und Show der sechziger, siebziger und achtziger Jahre kamen voll auf ihre Kosten. Erstmals waren Prinz Martin I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Sandra sowie das Kinderprinzenpaar Prinz Leon I. und ihre Lieblichkeit Kinderprinzessin Kaylee bei einer PCC-Veranstaltung offiziell in der Öffentlichkeit zu sehen. Prinz Martin hielt diesmal für viele Narren im Saal sinnbildlich wie sein namensgleicher Bundestagskollege eine ellenlange Rede, abgelesen von einer Festivalrolle Getränkemarken.

Saufen-Raufen-Wacken: Im Showprogramm gab es sogar eine „Welt-Uraufführung“ zu sehen und zu hören. Uralt und doch in einem nagelneuen musikalischen Design: „Smok on the Water“ von Deep Purple, geblasen auf der Tuba von Rocker Lothar Thieme. Insgesamt 48 Jahre Musikerfahrung bei den Mühlenmusikanten stecken in diesem Projekt. Wie beim Wacken-Original gab es auch in Plessa zum Auftakt ein Feuerwehrkonzert mit den „Plessa-Wacken-Firefighters“, geblasen auf einer originalen historischen DDR-Triola von Irene Thieme.

Zu den ganz harten Jungs gehörte diesmal Plessas Bürgermeister Gottfried Heinicke. Als Angus Young rockte das Plessaer Staatsoberhaupt im Wippeschritt im AC/DC-Quartett über die Bühne. Stahl oder Steine? In einer eindrucksvollen Show offenbarte Rammstein: „Ich will kein Engel sein!“ Wer Wacken sagt, muss auch den Zerfallsprozess des Menschen durch Ethanol unter die Kulturhaus-Bühnen-Lupe nehmen, was in einem Experiment mit echten Menschen ausprobiert wurde. Selbst diese Frage konnte beantwortet werden: Ehe für alle und Ehe für alles. Warum sollen Wacken-Fans dann nicht auch die Ehe mit einem Bierkasten eingehen können?

Grand Opening mit Sonne, Mond und Schischje beim Karneval-Festival in Plessa FOTO:

Beinahe wäre jedes Festival im Osten Deutschlands und damit das diesjährige Plessaer Karnevalsmotto der großen Politik zum Opfer gefallen, denn: „Mit der Monotonie des Je- Je- Je und wie das alles so heißt, ja, sollte man doch Schluss machen“, so Walter Ulbricht 1965 auf dem XI. Plenum des ZK der SED.“ Viele der Senioren vom „Rock am Laasemühlenring“, dem Seniorenkarneval am Sonntagnachmittag, haben in ihrem Leben alles unternommen, dass es nicht so gekommen ist und in Plessa auch heute und zukünftig tüchtig Festival gefeiert werden kann.