ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:26 Uhr

200. Geburtstag des Philosophen
Unterschiedliche Sichten auf Marx

Gedenken zum Geburtstag von Karl Marx in Elsterwerda.
Gedenken zum Geburtstag von Karl Marx in Elsterwerda. FOTO: Mirko Sattler
Elsterwerda. Die Linke iniitiert kleine Feierstunde am Denkmal in Elsterwerda. Von Mirko Sattler

Der 200. Geburtstag des großen deutschen Philosophen und Begründer des wissenschaftlichen Kommunismus, Karl Marx, wurde am Samstagvormittag im Stadtpark des Elsterstädchens gewürdigt. Etwa 30 Teilnehmer folgten der Einladung der Partei Die Linke. „Um einen Ort zu haben, wenn man sich versammelt um zu ehren, stehen wir heute und hier an einer Büste des Karl Marx, deren bewegte Geschichte allein aber den Umgang  und den Stellenwert von Karl Marx und seiner historischen Leistung in verschiedenen Epochen deutscher Geschichte beleuchtet. Die Geschichte dieses Denkmals, an dem wir uns versammelt haben, ist auch Teil unserer eigenen, von vielen hier Anwesenden persönlich erlebten wechselvollen Vergangenheit“, sagte der Kreisvorsitzende Joachim Pfützner in seiner Rede.
Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU): „Von den einen verteufelt und von den anderen gefeiert. Unzählige Symposien, zahlreiche Publikationen. Leitartikel, Sondersendungen beschäftigen dieser Tage die Nation. Wir, die aufgewachsen sind in der ehemaligen DDR verbinden mit dem Namen Karl Marx sofort das sich eingeprägte Bild des bärtigen Mittsiebzigers.“ Der Kulturkampf um Karl Marx sei längst entbrannt, führte sie weiter aus. Die politische Linke gedenke seiner als einen revolutionären Denker, den Kapitalismus entlarvend und als geistigen Vater der Arbeiterbewegung. Die Rechte verweise zum 200. Geburtstag auf 100 Millionen Tote als Opfer des Kommunismus, auf einen geistigen Brandstifter. Die bürgerliche Mitte blicke zum Jubiläumsjahr reichlich entspannt auf Marx, sie halte zwar von seinem radikalen Klassenkampf-Dogmatismus wenig. Doch  weithin werde die intellektuelle Strahlkraft seiner Werke gewürdigt, so Anja Heinrich. „Immer, wenn etwas unverändert und alternativlos erscheint sagt man es so eben systemrelevant. Systeme sind aber eben nicht gottgewollt, sondern von Menschen gemacht und daher liegt es in der Macht des Menschen, sie zu verändern oder abzuschaffen“, so die Bürgermeisterin.