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| 14:29 Uhr

Scharfe Debatte in Elsterwerda
Ist der Jugendtreff eine politische Alibi-Veranstaltung?

Mit einem Jugendtreff tut sich Elsterwerda seit Jahren schwer. Das Foto stammt aus dem Jahr 2013. Inzwischen gibt es diesen Probenraum für Bands. Benutzt wird er allerdings wenig, mitunter nur von einer Band.
Mit einem Jugendtreff tut sich Elsterwerda seit Jahren schwer. Das Foto stammt aus dem Jahr 2013. Inzwischen gibt es diesen Probenraum für Bands. Benutzt wird er allerdings wenig, mitunter nur von einer Band. FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Mehrheit in Elsterwerda will Jugendtreff – Gehre kritisiert Von Frank Claus

Nach von der CDU beantragter namentlicher Abstimmung hat die Stadtverordnetenversammlung Elsterwerda der Erweiterung des Jugendtreffs in Elsterwerda bei einer Gegenstimme von Thomas Gehre (Fraktion Gehre und Piraten) zugestimmt. Die Gesamtbaukosten belaufen sich nach Angaben aus dem Rathaus auf 481 400 Euro, der Eigenanteil der Stadt  wird mit 224 653 Euro beziffert. Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) erklärt: „Seit dem Jahr 2003 und besonders nach Schließung des Elsterdoms als städtischer Jugendtreff stand diese Aufgabe als zu lösendes Anliegen. Gescheitert sind die bestehenden Pläne und Wünsche zumeist an den fehlenden finanziellen Mitteln.“

Eine Stadt wie Elsterwerda, so sagt sie, könne sich eine „so hohe finanzielle Ausgabe nicht leisten und ist auf Drittmittel, Fördermittel und oft auch auf Sponsoren angewiesen.“ Jetzt habe die Stadt die Möglichkeit, Fördermittel zu nutzen. Nun solle mit der Planung und Umsetzung des offenen Jugendtreffs am Bahnhof begonnen werden. Anja Heinrich: „Mit Bestätigung des Doppelhaushalts werden die Fraktionen, Kinder und Jugendliche in die Planung einbezogen.“

Für Thomas Gehre kommt das dann alles zu spät. „Hier ist ein Beschluss gefasst worden, ohne überhaupt ein Konzept und eine Bedarfsanalyse zu haben. Nur weil man als Alibi verkünden will, endlich etwas für die Jugend zu tun.“ Auf den Einwand aus der SPD-Fraktion, dass man dieses Konzept ja schon seit zehn Jahren habe, könne Thomas Gehre nur schmunzeln. „Ist das alles noch zeitgemäß? Wie verbringen Jugendliche heute ihre Freizeit? Wie aktiv sind sie in Vereinen? Was muss so ein Jugendtreff bieten können? Wir wissen nichts und bauen drauf los. Und es sind nicht nur die 224 000 Euro, auch die restlichen Mittel bis zur halben Million sind Steuergeld.“ Noch sei noch nicht mal klar, ob der Treff dann auch an den Wochenenden geöffnet werden soll und was das kostet. Er wolle eins klar stellen: „Auch ich will was für die Jugend tun, aber nach genauer Bedarfsermittlung.“