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| 19:22 Uhr

Aus der Wirtschaft
Baggern ohne Flächenverbrauch

Am Haidaer Standort  wird die Geschichte der Wolff & Müller Baustoffe GmbH nachvollziehbar – Geschäftsführer Michael Bork (vorn) eröffnet mit Berufskünstler Ararat Haydeyan (l.) und seinem Sohn Aram Haydeyan vom Studio für Design und Architektur in Dresden eine ganz besondere Firmenchronik.
Am Haidaer Standort  wird die Geschichte der Wolff & Müller Baustoffe GmbH nachvollziehbar – Geschäftsführer Michael Bork (vorn) eröffnet mit Berufskünstler Ararat Haydeyan (l.) und seinem Sohn Aram Haydeyan vom Studio für Design und Architektur in Dresden eine ganz besondere Firmenchronik. FOTO: LR / Frank Claus
Haida. Wolff & Müller Baustoffe in Haida seit 28 Jahren ohne Erweiterung der Abbauflächen. Von Frank Claus

Seit 28 Jahren gibt es die Wolff & Müller Baustoffe GmbH in Haida. Weshalb Geschäftsführer Michael Bork Belegschaft und Röderland-Bürgermeister Markus Terne Ende der Vorwoche nach Schichtschluss auf den Firmensitz gebeten hat, kommt so oft in Betrieben nicht vor. Eine meterlange Chronik des Unternehmens, nicht etwa in einem Buch erfasst, ist vorgestellt worden. Es ist eine Dokumentation auf Tafeln, die fortan Einblicke in die erfolgreiche Entwicklung geben wird.

Die Idee ist Michael Bork vor drei Jahren im Harz gekommen. „Wir haben an unserem dortigen Firmensitz in Quedlinburg 25. Geburtstag gefeiert. Das Interesse an der kleinen Ausstellung war so groß, dass ich gern was Bleibendes in Haida schaffen wollte“, sagt er. Mit Saathains Berufskünstler Ararat Haydeyan, dessen Sohn Aram, der in Dresden ein Studio für Design und Architektur unterhält, und der Werbeagentur Hesse hat er die Partner gefunden, die seine Vorstellung umgesetzt haben. Herausgekommen ist nicht ein bloßer Zeitstrahl. Verdeutlicht werden die Unternehmensstandorte, die Technik und sich stetig weiterentwickelnden Technologien, das unterschiedliche Rohstoffmaterial und die veredelten Endprodukte. Und das alles optisch so wirkungsvoll, dass die Blicke haften bleiben.

Haften bleibt auch, was Michael Bork über die Entwicklung am Haidaer Standort – Bestandteil der Wolff & Müller-Gruppe mit 2000 Beschäftigten – zu berichten wusste. Nach eigenen Angaben erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von 800 Millionen Euro. Am Haidaer Standort mit 85 Beschäftigten, so der Geschäftsführer, werde mit etwa zehn Prozent die höchste Rendite in der gesamten Gruppe erwirtschaftet. Insgesamt habe das Unternehmen in den zurückliegenden 25 Jahren an seinen Standorten etwa 80 Millionen Euro investiert. Dabei würden nicht nur einfach Kiese aus der Erde geholt. „Wir sind besonders stolz, dass wir seit mehr als 25 Jahren das Ziel verfolgen, nachhaltig den Rohstoff Quarzsand zu gewinnen, um ihn hier vor Ort zu verarbeiten und höher zu veredeln“, sagt der 66 Jahre alte Firmenchef. Und ein Fakt lässt angesichts emotionaler Debatten in anderen, unweit von Haida befindlichen Kiesabbaugebieten aufhorchen, auch wenn beide Produktionslinien pauschal nicht verglichen werden können: „Unsere nachhaltige, mit Augenmaß erfolgte und wirtschaftlich sinnvolle Beurteilung zeigt sich auch darin, dass wir den Eingriff in die Natur so gering wie möglich halten“, sagt der Chef und fügt an: „Wir haben im Werk Haida in 28 Jahren nicht einen einzigen zusätzlichen Hektar Abbaufläche benötigt.“ Das Unternehmen produziere immer noch „unter Ausnutzung der Geologie und Gewinnungstechnik“ auf einer schon 1990 freigelegten Fläche. Inzwischen ist dort ein See von knapp 30 Hektar Größe entstanden, der parallel zum Abbau und zur Lage an der B 101 zukunftsweisend gestaltet werde. Ressourcenschonender Umgang mit der Natur, für Michael Bork ist das keine Floskel. Deshalb verkündet er nachprüfbar für die Öffentlichkeit: „Auch in den nächsten sieben bis zehn Jahren werden wir keinen zusätzlichen Flächenbedarf haben.“

Wohl aber werde weiter in die Technologien und die Durchsetzung von Qualitätsparametern investiert. Seit 1998 arbeite das Unternehmen mit Qualitätsmanagement und ist nach DIN ISO 9001/2015 zertifiziert. An allen Standorten der Gruppe würden jährlich zwischen zwei und drei Millionen Euro investiert. In Haida wird begonnen, für etwa 1,5 Millionen Euro das Verpackungswerk zu erneuern. In den Jahren 2019/20 sollen im Haidaer Trockenwerk zwischen eine und zwei Millionen Euro in die Hand genommen werden, um Trocknung und Heizungssysteme auf den technisch neusten Stand zu bringen.