Von Frank Claus

Im Grunde genommen ist es nicht nur ein doppelter Rekord. Denn betrachtet man die musikalischen Leistungen der Big Band und vor allem ihrer Solisten mit, ist der Abend wohl erneut in die Kategorie Extraklasse einzuordnen. Das zehnte Konzert sollte ein besonders werden – und es hat die Vorgabe erfüllt! Stehende Ovationen, Zugaben und herzliches Händeschütteln und Danke sagen haben das am Ende bestätigt. Es ist ein Verdienst aller Musiker und insbesondere der musikalischen Leiterin Miriam Kreher, die nur „mit den Fingern schnipsen braucht, und wir machen, was sie will“, wie Gitarrist Wolfgang Staemmler meint und ihr als Dankeschön im Namen der Band ein großen Blumenstrauß überreicht. Und da sind wieder mal die Solisten, die dem Konzert ihren Stempel aufdrücken. Vor allem beim „Joyful“ und den Stimmen von Natalie Lelek, Nina Berck und Marcus Mundes sowie Miriam Kreher am Bass-Saxofon wird es wahrlich glückselig. Natalie ist das „Amazing Grace“ auf den Leib geschneidert und Marcus Mundus erobert die Herzen mit Götz Alsmanns „Der Weihnachtsumtausch“. Bemerkenswert, wie ausdrucksstark die junge Romina Röck den Santa Claus kommen lässt! Auch die übrigen Soli, ob nun an Saxofon, Gitarre, Trompete oder Posaune werden lauter als sonst mit dem üblichen „standesgemäßen“ Szenenapplaus bedacht.

Überhaupt gefällt die Titelauswahl, die Mischung von deutschen und bekannten englischsprachigen Stücken. Verantwortlich dafür zeichnen ebenfalls die Musiker, die ihre Lieblingstitel ausgesucht haben. Pfarrer Torben Linke gelingt es erneut, die Weihnachtsgeschichte spannend zu erzählen und dabei mal ganz anders – mit heiterem und trotzdem tiefgründigem Inhalt.

Schon zuvor hat Dr. Markus Voigt, Vorsitzender des Kirchenrates, die musikalische Qualität der Big Band hervorgehoben und die Erfolgsgeschichte – Jazz in der Kirche  – gewürdigt. Jazziges Adventskonzert  das heißt auch immer gemeinnützige Projekte zu unterstützen. In diesem Jahr sind es zwei, die die Zuhörer besonders spendabel machen. Zuerst tritt Andrea Müller, musikalische Leiterin der Bläserklasse an der Grundschule Plessa ans Mikrofon und berichtet, dass es gelungen sei, mit dem Jugendblasorchester dafür zu sorgen, Nachwuchs für das Bergarbeiterorchester zu gewinnen und eine Tradition aufrecht zu erhalten. Riesig freue sich das Orchester, eine Einladung für ein Konzert in Brasilien erhalten zu haben.

Anja Schwinghoff berichtet vom Kinderhaus „Pusteblume“, das in Burg entstehen und helfen soll, schwer kranke, sterbende Kinder zu betreuen. Insgesamt 3043 Euro liegen schließlich in den Kollektekörbchen. Je 1000 sollen an die Bläserklasse und das Kinderhospiz gehen. Nach dem Konzert und dem Rekord-Spendenergebnis erklärt Big-Bandchef Dr. Michael Kreher, dass man auch endlich einmal mit etwas mehr Geld die unermüdliche Technikcrew belohnen wolle. Zudem sollen die Solisten, die teils von weiter her anreisen, besonders belohnt werden.

In sichtlicher vorweihnachtlicher Freude strömen die Besucher hinaus ins Freie, mischen sich unter die Gäste des schon da außerordentlich gut besuchten und besonders attraktiv gestalteten Weihnachtsmarktes. Das Flair kommt an. Auch am Sonntag, wo sich trotz immer wieder einsetzender Regenschauer Hunderte Bad Liebenwerdas Weihnachtsmarkt nicht entgehen lassen.

Mehr Fotos zum Konzert und zum Markt auf www.lr-online.de.

Weihnachtsmarkt Bad Liebenwerda und Jubiläumsauftritt der Big Band in der evangelischen St. Nikolai Kirche in der Kurstadt.

Bildergalerie Weihnachtsmarkt Bad Liebenwerda und Jubiläumsauftritt der Big Band in der evangelischen St. Nikolai Kirche in der Kurstadt.