Passiert ist es Anfang des Monats in einer Gemeinde in Nordrhein-Westfalen: Unklarer Gasgeruch in einem Wohn- und Geschäftshaus. Dem eingesetzten Angriffstrupp gelingt es unter Atemschutz mehrere Menschen zu retten. Dann Nachsuche im Keller. Dabei kommt es zu einer schweren Explosion, in dessen Folge zwei Kameraden schwer verschüttet werden. Der Angriffstrupp-Führer wird gerettet. Für seinen 19-jährigen Truppmann kommt jede Hilfe zu spät. Während des Einsatzes handeln die Kameraden ohne Fehl und Tadel.

So beginnt Elsterwerdas Stadtbrandmeister in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr seinen Bericht. Der Mann, der bei der Bahnhofskatastrophe in Elsterwerda 1997 selbst verletzt wurde, will viel damit ausdrücken. Der Job des Feuerwehrmanns ist und bleibt trotz bester Ausbildung gefährlich. Und er verdient es, gewertschätzt zu werden.

Das Land Brandenburg und die Stadt Elsterwerda haben da einen großen Schritt nach vorn gemacht. Jährlich gewähren beide seit dem Jahr 2019 den Kameraden der Feuerwehr eine Aufwandsentschädigung von je 200 Euro. Die Stadt Elsterwerda hat dazu weitere Prämien für die Kameradschaftspflege ausgelobt. Zudem bemühe sie sich als Trägerin des Brandschutz um Technik und Ausrüstung auf qualitativ hohem Stand.

Feuerwehr Elsterwerda kann auf 35 Maschinisten zurückgreifen

Moderne Fahrzeuge sind jedoch nur dann etwas wert, wenn sie auch rollen. Uwe Petersen: „Das Problem des Maschinistenmangels konnte dank der großzügigen Unterstützung durch die Stadtverwaltung weiter entschärft werden.“ Zwischenzeitlich könne die Feuerwehr Elsterwerda auf 19, die Feuerwehr in Biehla auf 10 sowie die Feuerwehr Kraupa auf 6 Maschinisten im Einsatzfall zurückgreifen. Zwei weitere Kameraden befänden sich derzeit zur Ausbildung in der Fahrschule.

Aber, so der Stadtbrandmeister: „Die Anzahl von derzeit 35 Maschinisten sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass werktags vor allem in der Zeit zwischen 6 und 15.30 Uhr aus arbeitstechnischen Gründen nicht immer ausreichend Maschinisten bei einer Alarmierung zur Verfügung stehen. Daher halt ich es für notwendig, auch in Zukunft weiterhin geeignete Kameraden beim Erlangen des Führerscheins der Klasse CE zu unterstützen. Ein Auswahlkriterium dabei sollte unbedingt die Tagesverfügbarkeit der jeweiligen Kameraden sein.“

Lehrgangsplätze reichen nicht für die Kameraden

Eins ärgert den Stadtwehrführer: Es gelänge immer noch nicht, alle Kameraden ordentlich weiterzubilden: „Leider klafft wie in jedem Jahr zwischen den beantragten und letztendlich erhaltenen Lehrgängen eine nicht unerhebliche Lücke.“ So bekomme der Landkreis für das Jahr 2020 von 433 beantragen Lehrgängen an der Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz in Eisenhüttenstadt nur 216 zugesprochen. das seien zwar mehr genehmigte Lehrgänge als in den Vorjahren, „Luft nach oben“, so der Feuerwehrchef, sei aber dennoch reichlich vorhanden. Kritik übt er bei der Lehrgangsvergabe: „Wenn die Termine für die Lehrgänge erst im Dezember bekannt gegeben werden und der Beginn der ersten Lehrgänge bereits schon im Januar geplant ist, bekommen die Kameraden meistens Stress mit ihren Arbeitgebern.“

Wie hoch die Bereitschaft der Kameraden zur Weiterbildung ist, belege die Tatsache, dass 17 im zurückliegenden Jahr entsprechende Lehränge besucht haben.

Vier Mitglieder der Elsterwerdaer Feuerwehr geben ihr Wissen als Kreisausbilder im gesamten Landkreis weiter. das sind Thomas Wunderlich (Kreisausbilder für die Gefahrstoffeinheit und Fachbereichsleiter ABC), Peter Bange (Kreisausbilder Atemschutzgeräteträger und Fachbereichsleiter) Henryk Petersen, Fachspezifischer Ausbilder Technische Hilfeleistung) und Sascha Kösling (Kreisausbilder für Truppführer).

Kameraden als fleißige Kindermacher

Mit Schmunzeln sagt der Stadtbrandmeister, dass „in den Reihen der Kameraden kräftig am Feuerwehrnachwuchs gearbeitet“, werde, das Durchschnittsalter der aktiven Kameraden betrage schon jetzt 35 Jahre, aber er vergisst auch „seine Alten“ nicht. Unschätzbar sei es, was die Alters- und Ehrenabteilung zur Pflege der Einsatztechnik leiste. Da fallen sie dann auch erneut, die Namen Dietmar Schönitz, Siegmar Pötzsch, Herbert Koj und Roland Heiner und ein liebevoller Satz: „Ich kann für unsere Feuerwehr nur hoffen, dass ihr uns dafür noch ganz ganz lange erhalten bleibt.“

Das Einsatzgeschehen 2019


Das Jahr 2019 war, was die Anzahl der Einsätze betrifft, ein recht „normales“ Jahr. Die Wehren rückten zu 126 Einsätzen aus. Dabei kam Elsterwerda auf 93, Biehla auf 10 und Kraupa auf 23 Einsätze. Die Feuerwehr Elsterwerda war 1787 Stunden zu Schadensereignissen unterwegs, die Biehlaer Kameraden 192 Stunden und die Kraupaer Wehr 432 Stunden.

Spitzenreiter in Sachen Einsatzbelastung war David Würdig mit 59 Einsätzen, gefolgt von Marcel Würdig mit 57 und Henryk Petersen mit 52 Einsätzen.

Zu den kritischen Zeiten zwischen 6 und 15 Uhr ertönte die Sirene zu 46 Einsätzen. In der Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr lag die Alarmierung bei 16 Einsätzen.

Während der Einsätze wurden 3574 Kilometer zurückgelegt. 42 mal mussten andere Wehren unterstützt werden. Bei vier Einsätzen im Bereich Elsterwerda/Biehla/Kraupa kamen benachbarte Wehren zur Hilfe.

In der Feuerwehr Elsterwerda versehen zur Zeit insgesamt 91 aktive Kameraden ihren Dienst (Löschzug Elsterwerda 56; Elsterwerda-Biehla 22; Kraupa 13 Kameraden). In Elsterwerda leisten drei, in Biehla zwei und seit kurzem auch in Kraupa eine Frau aktiven Dienst.

Das Durchschnittsalter der aktiven Kameraden beträgt 35 Jahre. Davon sind 41 Einsatzkräfte zwischen 16 und 30 Jahre jung.