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"Ja, wir haben es geschafft!"

Petra Laborge und Barbara Seeger (2. und 3. v. r.) freuen sich mit Bürgermeister Thomas Richter (r.) und den Architekten, "die immer zu uns standen", so die Bauherrinnen, über die nun endlich offiziell eingeweihte Seniorenwohnstätte in Bad Liebenwerda.
Petra Laborge und Barbara Seeger (2. und 3. v. r.) freuen sich mit Bürgermeister Thomas Richter (r.) und den Architekten, "die immer zu uns standen", so die Bauherrinnen, über die nun endlich offiziell eingeweihte Seniorenwohnstätte in Bad Liebenwerda. FOTO: Mona Claus/mcl1
Bad Liebenwerda. Nach dem kürzlich stattgefundenen Tag der offenen Tür war es gestern soweit: Die 6, 5 Millionen Euro teure Seniorenwohnstätte am Standort der einstigen Schwimmhalle in Bad Liebenwerda ist nun offiziell eingeweiht. Mona Claus / mcl1 mcl1 Barbara Seeger über die Bauherrinnen

Am liebsten hätten sie die Faust wie die Fußballer nach dem Siegtor geballt, den Arm nach unten gezogen und ein kraftvolles "Ja!" ausgestoßen. Am Ende musste ein Daumen hoch und der Ausspruch: "Ja, wir haben es geschafft!" reichen. Petra Laborge und Barbara Seeger, geschäftsführende Vorstände der Tätigen Gemeinschaft, ein eingetragener Verein, der in Bad Liebenwerda und Elsterwerda ältere und behinderte Menschen betreut, ist die Freude über den fast zwei Jahre währenden Kraftakt anzusehen. Etwa sechs Monate später als geplant sind im Sommer dieses Jahres die ersten Mieter eingezogen. Schritt für Schritt füllt sich das Haus mit Leben. Entstanden sind 24 barrierefreie Wohnungen, 52 Pflegeplätze im Wolfgang-Liebe-Haus, zwölf Tagespflegeplätze sowie ein Servicebüro.

Das Haus ist nahezu komplett am freien Markt finanziert. Stiftungsgelder in Höhe von 300 000 Euro für den Bau und bisher 45 000 Euro für die Ausstattung kamen von der Wolfgang-Liebe-Stiftung. Der im 100. Lebensjahr stehende Pharmazierat und Ehrenbürger der Stadt Bad Liebenwerda weilte der Eröffnung bei und bewunderte die Tatkraft der beiden Frauen und des gesamten Teams.

Auch Bürgermeister Thomas Richter (CDU) würdigte das Engagement. Er sieht in der Seniorenwohnstätte einen weiteren Mosaikstein in der Wohlfühlstadt für alle Generationen. "Wir wollen Heilbad werden und warten sehnsüchtig auf die Bestätigung für unser geplantes Bio-Vitalresort", sagte er. Architekt Roland Winter vom Büro R. Winter & Co. GmbH zog den Hut vor den beiden Bauherrinnen und sprach von einer "Perle", die in Bad Liebenwerda entstanden sei und die bundesweit ihresgleichen suche.

Barbara Seeger hatte zuvor in bewegten Worten vom schwierigen Bauablauf gesprochen: "Steine im Vorfeld in Form von Anträgen und Baugenehmigungen. Steine in Gestalt von Firmen, die sich nicht an Verträge hielten, die Bauzeiten überschritten und unbefriedigende Arbeit ablieferten", zählte sie auf. Das habe Firmen aus der Region wie überregionale betroffen. Deshalb hatten die Bauherrinnen auch nur zwei, die beste Arbeit ablieferten, eingeladen: Möbel Schiffler aus Wahrenbrück, die im Verbund mit der Firma Remi das Mobiliar lieferte, und Tecoss aus Bad Liebenwerda, die für die Kommunikationstechnik sorgte.

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"Ich denke, ‘die Mädels‘ haben das ganz gut gemacht, zumal wir ‘nur‘ Diplome als Medizin- und Sozialpädagogen haben, Ergotherapeuten oder Fachwirte im Sozial- und Gesundheitswesen sind und nicht einmal einen Grundkurs ‘Wie baue ich ein Haus?‘ besuchten und auch kein Zertifikat erworben haben, das uns befähigt, so ein Haus zu bauen." mcl1Barbara Seeger über die Bauherrinnen