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| 17:00 Uhr

Internationaler Gebrüder-Graun-Wettbewerb
Ein Graun-Wettbewerb der Premieren

Internationaler Gebrüder Graun Wettbewerb in Bad Liebenwerda FOTO:
Bad Liebenwerda. Elbe-Elster hat jetzt eine eigene Hofkapelle. Jury spricht von „erneut gestiegener Qualität“. Tanz und Cafèhaus-Musiken ein Volltreffer. Von Frank Claus

Der 8. Internationale Gebrüder-Graun-Wettbewerb hebt das musikalische Klassikereignis im Elbe-Elster-Land auf ein völlig neues Niveau.

Das Interesse: Da sind zunächst die Teilnehmerzahlen. 63 Bewerber aus 22 Nationen wollten vorspielen und vorsingen – 35 Wettbewerbsteilnehmer aus 13 Nationen wurden nach einer Jury-Entscheidung für den Klassik-Contest im Bad Liebenwerdaer Bürgerhaus am vergangenen Wochenende zugelassen.

Die Qualität: Eindeutig wieder gestiegen! Zu dieser Einschätzung kommt die hochkarätig besetzte Jury und dennoch, so gesteht Jurysprecher Wolfgang Katschner, fiel die Preisvergabe am Ende sehr eindeutig aus. Er spricht aus, was den Wettbewerb so bedeutend macht: „Europa wird hier gelebt. Wer gesehen hat, wie selbstverständlich junge Menschen aus verschiedenen Nationen miteinander musizieren, spürt: Europa ist eins. Die jungen Leute leben es vor.“

Das ist sie, Elbe-Elsters neue Hofkapelle: Das „Neue Mannheimer Orchester“ –  Studenten aus den Niederlanden, Kanada, USA, Japan, Deutschland und Norwegen, in Den Haag und in Weimar – erringt den Titel.
Das ist sie, Elbe-Elsters neue Hofkapelle: Das „Neue Mannheimer Orchester“ –  Studenten aus den Niederlanden, Kanada, USA, Japan, Deutschland und Norwegen, in Den Haag und in Weimar – erringt den Titel. FOTO: LR / Frank Claus

Die Preisträger: In der Kategorie Solisten Instrumental werden zwei mit je 1500 Euro dotierte Preise vergeben – an den Spanier Pablo Gigogos Rico auf der Traversflöte und an Mary-Jannet Leith aus Schottland auf der Flöte. In der Kategorie Sologesang gewinnt Pia Salome Bohnert aus Deutschland. Sie erhält auch einen Sonderpreis der Brandenburger Kulturfeste und gewinnt damit finanzierte Auftritte.

In der Kategorie Ensemble macht „Les Vieux Galants“, in dem ein Lette, zwei Kanadier und ein Flötist aus Großbritannien musizieren, ganz klar das Rennen. Sie holen sich den mit 4000 Euro dotierten Hauptpreis und gewinnen außerdem die finanzierten Konzerte von Kulturfeste Brandenburg.

Über den erstmals vergebenen Titel „Hofkapelle Elbe-Elster“ darf sich das „Neue Mannheimer Orchester“ freuen, das damit drei je fünf Tage lange, komplett finanzierte Probezeiten in Elbe-Elster gewinnt, bezahlte Konzertauftritte in der Kurstadtregion und jede Menge neuen Bekanntheitsgrad. Wolfgang Katschner: „Das ist manchmal viel mehr wert, als die bezahlte neue Geige von Oma. Orchester dieser Art sind wahnsinnig froh, solche Probephasen zu erhalten.“

Gelungene Premieren: „Einen Heidenspaß“, so die fachlich versiert und unterhaltsam moderierende Musikwissenschaftlerin Cornelia Schönberg, haben der erstmals durchgeführte historische Tanzabend „Schreiten wie zu Friedrichs Zeiten“ und die Caféhaus-Musiken gemacht. Nachschlag erwünscht!

Auch eine Premiere: Historischer Tanzabend „Schreiten wie zu Friedrichs Zeiten“ im Bürgerhaus Bad Liebenwerda. Die Teilnehmer haben sichtlich Spaß.
Auch eine Premiere: Historischer Tanzabend „Schreiten wie zu Friedrichs Zeiten“ im Bürgerhaus Bad Liebenwerda. Die Teilnehmer haben sichtlich Spaß. FOTO: LR / Frank Claus

Die Wahrnehmung: Der Wettbewerb spricht sich immer mehr herum, hat inzwischen eine herausragende Stellung in der Sparte „Alte Musik“. Thomas Hettwer von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ blickt locker-beschwingt in die Geschichte des Wettbewerbs und sorgt mit manch nicht ganz ernstzunehmender Überhöhung für Schmunzeln und Szenenapplaus. Während Graun am Denkmal des Alten Fritz unter den Linden in Berlin am Hinterteil des Pferdes abgebildet sei, „gibt es hier bei uns 300 Jahre später nun eine Hofkapelle.“ So verlege man die Hofkapelle von Berlin nun „in die Kulturstadt Bad Liebenwerda“

Die Macher: Da gibt es viele, würdigt Thomas Hettwer Renate Wetzstein, die das Erbe der Grauns zu DDR-Zeiten bewahrt hat, an die unermüdlichen Mitarbeiter im Kulturamt und in der Graun-Gesellschaft. Und er hebt die neuen, engagierten (Mit-)Macher hervor: Die Kurstadtregion und mehrere Firmen daraus.

Internationaler Gebrüder Graun Wettbewerb in Bad Liebenwerda FOTO: