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Bahnverkehr
Intercity machen ab Dezember Halt in Elsterwerda

Der Intercity aus Dresden, den viele Pendler zur Weiterfahrt nach Berlin nutzen, war im August des vorigen Jahres vorerst zum letzten Mal auf dem Bahnhof Elsterwerda eingefahren. Dann begannen die Gleisbauarbeiten.
Der Intercity aus Dresden, den viele Pendler zur Weiterfahrt nach Berlin nutzen, war im August des vorigen Jahres vorerst zum letzten Mal auf dem Bahnhof Elsterwerda eingefahren. Dann begannen die Gleisbauarbeiten. FOTO: Frank Claus
Elsterwerda/Berlin. Demnächst ist die Elbe-Elster-Region deutlich besser ans Fern- und Regionalnetz angebunden. Pro Tag werden Intercity der Linien Hamburg-Prag und Aachen-Dresden jeweils über Berlin in Elsterwerda Zwischenstopp machen. Von Frank Claus

Die Deutsche Bahn stellt am Montag ihren neuen Fahrplan für 2017/2018 vor. Kernstück ist die Inbetriebnahme des „Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE), Nummer 8 am 10. Dezember dieses Jahres. Mit Tempo 300 sollen Reisende dann auf der etwa 500 Kilometer langen Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin von der Bundeshauptstadt in einer Fahrtzeit unter vier Stunden München erreichen können. Letzte große Generalprobe ist im November eine Notfallübung mit mehreren Hundert Einsatzkräften im 7391 Meter langen Tunnel Silberberg in Thüringen.

Angesichts der medialen Aufmerksamkeit für das Großprojekt dürfte die zeitgleiche Freigabe des 73 Kilometer langen Abschnitts zwischen Baruth und Hohenleipisch sowie im Bereich Großenhain der Strecke Berlin-Dresden fast ein bisschen untergehen.

Dabei werden die Einwohner der Elbe-Elster-Region aufatmen. Regelmäßig werden dann wieder Fern- und Regionalzüge zwischen der Elbe- und Spreemetropole verkehren. Je zwei Schnellverbindungen wird es zusätzlich zum Regionalverkehr morgens und abends geben. Pro Tag werden zwei Züge der Linie Hamburg-Prag in Elsterwerda Zwischenstopp machen. Das hat Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) vorab vom Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn für die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Dr..Joachim Trettin, erfahren. Morgens fahren die Züge um 6.25 und 7.24.Uhr in Richtung Berlin und Hamburg ab, nachmittags kommen sie um 18.34 und 20.34 Uhr zurück. Der Intercity ist dann mit einer Fahrtzeit von 80 Minuten bis in die Berliner Innenstadt konkurrenzlos zum Auto. Auch Fernreisende und Urlauber dürften davon profitieren. Die Reisen nach Hamburg oder Schwerin dauern dann ab Elsterwerda dreidreiviertel Stunden.

Doch Dieter Herrchen zeigte sich damit nicht zufrieden, bat den Konzernbevollmächtigten sich auch für Stopps zweier weiterer IC vor allem für Wochenendpendler einzusetzen. Die fahren ohnehin über Elsterwerda. Das ist gelungen. Der Intercity aus Aachen (über Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Bielefeld, Hannover, Wolfsburg und Berlin wird vor seiner Weiterfahrt nach Dresden freitags nunmehr 19.35 Uhr in Elsterwerda halten. Und am Sonntag hält der aus Dresden kommende Intercity auf seiner Rückfahrt nach Köln um 14.20 Uhr ebenfalls in Elsterwerda, bevor er über Berlin, Wolfsburg, Hannover, Dortmund in die Rheinmetropole düst. Dieter Herrchen frohlockt: „Damit haben jene, die am Freitag von der Arbeit oder vom Studium nach Hause kommen und am Sonntag fahren müssen gute Anbindungen ins Altbundesgebiet.“

Einmal mehr, so sagt er, habe sich der Konzernbevollmächtigte intensiv der Sorgen der ländlichen Regionen angenommen. Wie aus dessen Büro verlautet, sind die Stopps in Elsterwerda auch eingerichtet worden, um den Tourismus ins südliche Brandenburg zu fördern.

Der große Wurf jedoch solle im Dezember 2019 gelingen. Dann wolle die Bahn die neue IC-Linie zwischen Dresden und Rostock eröffnen. Zweistündlich sollen dann die Schnellzüge in Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain halten. Dresden werden Reisende so aller zwei Stunden in einer guten halben Stunde erreichen, am BER können Fahrgäste aus Elsterwerda in 56 Minuten sein.