ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:50 Uhr

Initiative lädt Flüchtlinge ein

Elsterwerda. Barrieren im Kopf sollen verschwinden: In Elsterwerda läuft seit heute zum ersten Mal eine Kreativwoche, bei der Bewohner künstlerisch und kulturell aktiv werden können. Auch mit dem interkulturellen Abend am Donnerstag, 11. Dezember wollen die Initiatoren dabei Begegnungen mit Zuwanderern und Asylbewerbern ermöglichen. Corinna Karl

Ein Kulturen-Kennenlernabend in der kommenden Woche soll die verschiedenen Kulturen der Region zusammenbringen. Das war eine Idee des Elsterwerdaer Bürgerstammtisches der Initiative "Ladenhüterprojekt". "Wir leben in einer Stadt und in einer Region in der verschiedene Nationalitäten leben, aber auch Flüchtlinge in Heimen untergebracht sind. Dennoch fehlt der Kontakt", sagt Unternehmerin Kerstin Schenkel. Das soll sich nun ändern.

201 Asylbewerber hat der Landkreis in diesem Jahr bereits aufgenommen, noch 69 kommen hinzu, sagte der zuständige Dezernent, Roland Neumann, kürzlich im LR-Interview. Alle 35 neu geschaffenen Plätze in Elsterwerda seien demnach belegt. In Hohenleipisch seien 120 Flüchtlinge untergebracht. Neumann fordert, dass man gemeinsam an einer Willkommenskultur arbeitet und vor allem sich begegnet und miteinander spricht.

Aufklärung fehlt

Der Bürgerstammtisch, der sich auch kommenden Dienstag wieder in der Lauchhammerstraße 3 in Elsterwerda trifft, hatte sich genau dafür ausgesprochen und nimmt nun erste Schritte selbst in die Hand. Wie schafft man Möglichkeiten der Begegnung zwischen Einheimischen und Ausländern? Wie baut man am besten Barrieren im Kopf ab? "Oftmals fehlt es an Aufklärung. Deshalb haben wir uns entschieden, während der Kreativwoche auch einen interkulturellen Abend zum Kennenlernen zu veranstalten", sagt Schenkel, die federführend beim Projekt ist. Ungezwungen soll man am Donnerstag ab 17 Uhr ins Gespräch kommen. Übersetzer seien vor Ort. Vielleicht wird musiziert. Auch Menschen anderer Kulturen, die hier seit Jahren leben und arbeiten, sowie Einheimische sind herzlich willkommen.

Marina Axt, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge aus Tschetschenien einsetzt, will Asylbewerber animieren, schon an verschiedenen Angeboten der Kreativwoche teilzunehmen. Kerstin Schenkel erklärt dazu: "Kunst kennt doch keine Grenzen, sie ist eine Brücke. Kreativ werden, gemeinsam basteln oder Handarbeit machen, könnte für viele der Frauen im Heim eine willkommene Abwechslung sein. Außerdem baut es Ängste ab, Kontakt aufzunehmen." Einige Flüchtlinge hätten bereits zugesagt.

Auftakt weiterer Aktionen

Ins kalte Wasser ist auch Marina Axt geworfen worden, als sie 2002 nach Elbe-Elster kam. "Ich war selbst einmal in der schwierigen Lage, niemanden zu kennen. Auch ich hatte Sprachschwierigkeiten", sagt die Russlanddeutsche. Da sie ihre Kinder in der Kita hatte, kam sie allerdings schnell in Kontakt mit anderen Müttern. Auch für die Flüchtlinge im Asylbewerberheim wünscht sie sich Chancen ins soziale Leben integriert zu werden. "Ich sehe mich als Bindeglied zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Beispielsweise suchen wir gerade eine Lösung für die Flüchtlingskinder, die sich sportlich betätigen wollen."

Der Interkulturelle Abend soll nur der Auftakt sein. "Wir wollen sehen, wie der Abend funktioniert und was wir weiter unternehmen können, um Berührungsängste auf beiden Seiten abzubauen", sagt Schenkel. Kommendes Jahr wolle man sich um Fördermittel für weitere künstlerische und interkulturelle Projekte bemühen. In diesem Jahr wird das Projekt durch Spenden finanziert.

Zum Thema:
Workshop Papierschöpfen, 6. Dezember von 10 bis 16 Uhr in Elsterwerda, Lauchhammerstraße 3, Unkosten: 3 bis 4 EuroBücherabend, 8. Dezember von 17 bis 22 Uhr. Lieblingsbücher können vorgestellt werden, neueste Büchertrends wird hineingelesen.Offenes Treffen, 9. Dezember, ab 17 Uhr selbstgemachte Köstlichkeiten präsentiert und Sterne gebastelt. Häkelabend: 10. Dezember von 17 bis 22 Uhr. Wolle selbst mitbringen.