ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:45 Uhr

Interview mit Anja Heinrich
In Elsterwerda stinkt’s zum Himmel

 Anja Heinrich will den Gestank in der Stadt nicht mehr hinnehmen.
Anja Heinrich will den Gestank in der Stadt nicht mehr hinnehmen. FOTO: Veit Rösler / VRS
Elsterwerda. So geht es nicht weiter. Die Elsterwerdaer Bürgermeisterin Anja Heinrich möchte so schnell wie möglich eine Krisensitzung zum Gestank. Erste Strafanzeigen von Einwohnern angedroht.

„Nimm mich jetzt. Auch wenn ich stinke.“ Das singen „Die Doofen“. Und weiter heißt es im Song: „Einer frisch verliebten Nase; sind gelegentliche Gase;  ganz egal. Mief, Mief, Mief, Mief, Mief.“ Böse Stimmen meinen: Nicht, dass es Elsterwerdas Imagesong wird. Denn dort stinkt’s seit Wochen. Die RUNDSCHAU sprach mit Bürgermeisterin Anja Heinrich.

Mal ehrlich, Frau Bürgermeisterin, schlafen Sie noch gut?

Anja Heinrich: Ich weiß schon, worauf Sie abzielen. Den Gestank bei uns in der Stadt aus der Kanalisation. Ich vermute, Sie haben genauso viele Anrufe bekommen wie ich.

Genau. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag war es wieder grauenhaft.

Anja Heinrich: Stimmt. Es ist ekelhaft. Auch ich bin in der Nacht davon wach geworden und habe das Fenster zugemacht. Das riecht ja irgendwie schon fast giftig. Die Leute klagen über Übelkeit und Kopfschmerzen. Das kann so nicht weitergehen. Die Bevölkerung ist aufgebracht und Einzelne drohen mit Strafanzeigen.

Der Wasserverband sagt, er unternehme alles, spüle Leitungen, installiere Biofilteranlagen.

Anja Heinrich: Aber nichts ändert sich. Dabei stinkt es ja nicht fortlaufend, sondern immer wieder in Abständen. Wir brauchen endlich wirksame Analysen.

Soll heißen?

Anja Heinrich: Ich habe den Vorsitzenden der Verbandsversammlung und die Mitglieder gebeten, zügig zu einer, sagen wir, Krisensitzung, zusammen zu kommen. Ich will es für Elsterwerda nicht hinnehmen, dass wir mittlerweile mit diesem Problem mehr in den Fokus rücken, als mit dem Umweltskandal an der Schwarzen Elster.

Wer soll Ihrer Meinung nach an der Sitzung teilnehmen?

Anja Heinrich: Neben der Verbandsversammlung sollten Vertreter der beteiligten Fachämter für Umwelt des Landes sowie aus Elbe-Elster dabei sein. Wir wollen intern das Vorgehen besprechen.

Um „den Schuldigen“ zu finden?

Anja Heinrich: Wir müssen endlich die Ursache für den Gestank klären. Der eine sagt, zu wenig Wasser im Kanal, der nächste vermutet illegale Einleitungen, der dritte meint, es könnte mit dem Zufluss aus dem Schradenland zusammenhängen. Sicher scheint, allein aus dem Klärwerk kommt es nicht.