ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:54 Uhr

Kunst auf der Wand in Elsterwerda
Hier kommt die Werbung aus der Pistole

Die neue Werbung der M & W Getränkemärkte GmbH kommt in Elsterwerda nicht aus der Druckerei, sondern ist reine Handarbeit. Der Airbrushkünstler Jan Schumann aus Berlin hat die Weltallszenerie mit Astronauten und fliegenden Getränkekästen entworfen und an die Fassade gesprüht.
Die neue Werbung der M & W Getränkemärkte GmbH kommt in Elsterwerda nicht aus der Druckerei, sondern ist reine Handarbeit. Der Airbrushkünstler Jan Schumann aus Berlin hat die Weltallszenerie mit Astronauten und fliegenden Getränkekästen entworfen und an die Fassade gesprüht. FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. Der Berliner und Ex-Spreewälder Airbrushkünstler Jan Schumann hat in Elsterwerda ein Wandbild gestaltet. Von Manfred Feller

Die von Hand gemalte oder gesprühte Firmen- und Kinowerbung ist selten geworden. In Bad Liebenwerda grüßen noch Humphrey Bogart und Ingrid Bergman aus dem Welterfolg „Casablanca“. Auch manch ein Handwerker verewigt seine Zunft an der Werkstattwand. Es dürfen gern mehr sein. Denn es sind Hingucker abseits der Plakat- und Lichtwerbung.

Das hat sich auch der Inhaber der M & W Getränkemärkte GmbH gedacht. Nach dem Umzug innerhalb des Verkaufsstandortes an der Ecke Schiller-/Lauchhammerstraße (B 101/B 169) in Elsterwerda beauftragte er den Airbrushkünstler Jan Schumann aus Berlin, der monotonen Fassade mehr Pep zu verleihen. Der ehemalige Spreewälder, er stammt aus Vetschau, sah sofort ein Problem: Es wechseln sich zugemauerte, glatt verputzte Öffnungen mit dem für  Bilder eher unfreundlichen Kratzputz ab. Die vielen Vertiefungen sind schädlich für scharfe Konturen. „Deshalb sollte man sich das Bild auch mit ein wenig Abstand ansehen“, ist der Airbrushkünstler mit seinem etwa 75 Quadratmeter großen Werbekunstwerk dennoch sehr zufrieden. Mit Unterbrechungen hat er zwei Wochen daran gearbeitet und 40 Kilogramm Farbe verbraucht. Dabei handelt es sich um normale Fassadenfarbe und für die Feinheiten Basislack aus der Autoindustrie, der mit der Airbrushpistole auf die Wand gesprüht wird. Mindestens zehn Jahre bleibe das Bild in seiner Farbenpracht erhalten.

„Die Passanten haben geguckt, viel gefragt und finden es toll“, sieht sich der 40-Jährige bestätigt. „Hier leben sehr freundliche Leute“, hat der ehemalige Lausitzer abermals festgestellt. Denn er hat neben seinen europaweiten Projekten auch in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz sowie darüber hinaus zahlreiche Farbspuren hinterlassen. Einige einst wie Fremdkörper herumstehende Trafostationen tragen seine Bildideen - von Jessen über Falkenberg bis Herzberg und Cottbus. Ebenso der Boden des Freibades in der Seestadt Großräschen.

Gern erinnert er sich an ein dortiges Projekt zum Gestalten einer großen Trafostation mit nicht ganz einfach zu nehmenden acht- bis 14-jährigen Kindern und Jugendlichen. Sein erster Gedanke war: ‚Das wird nichts!’ Aber dann sei es eine tolle Zusammenarbeit gewesen. Seine Schlussfolgerung: „Mit pädagogischem Geschick und richtig angefasst bringen alle Kinder was.“ Weiteren derartigen Projekten ist der Neu-Berliner nicht abgeneigt - wenn es seine Zeit erlaubt.

Dieser Entwurf von Jan Schumann ist an die Fassade gebracht worden.
Dieser Entwurf von Jan Schumann ist an die Fassade gebracht worden. FOTO: LR / Manfred Feller

Denn der gelernte Dachdecker (das war nicht sein Ding) sattelte zum grafischen Gestalter um. Seit Jahren ist er in Deutschland und Europa unterwegs. Er wird von einem deutschen Hersteller empfohlen, den Raum um dessen aufgebaute Bowlingbahnen künstlerisch zu gestalten. Entstanden sind Kunstwerke unter anderem mit den Themen Flughafen, Amerika, Dschungel, Karibik und Titanic - zu sehen auf seiner Internetseite www.airquick-airbrush.com. „Der speziellste Auftrag kam aus dem Irak. Dort hatten sich die Betreiber einer Bowlingbahn eine Alpenlandschaft gewünscht.“ Kein Problem für Jan Schumann. Auch Fassaden, Wellnesshotels und Firmengebäude tragen mittlerweile seine bildreiche Handschrift.