| 19:32 Uhr

Afrikanische Schweinepest
„In einem solchen Fall sind die Bauern die Letzten“

Dr. Michael
Kreher ist
Fachtierarzt für Rinder in Bad Liebenwerda.
Dr. Michael Kreher ist Fachtierarzt für Rinder in Bad Liebenwerda. FOTO: Mona Claus
Maasdorf. Was passiert, wenn uns die Schweinepest ereilt? Eine Infoveranstaltung soll Landwirten Rat geben. Von Frank Claus

Die Afrikanische Schweinepest bedroht auch den Viehbestand in Deutschland. Bad Liebenwerdas Tierarzt Dr. Michael Kreher und der Kreisbauernverband Elbe-Elster haben eine Informationsveranstaltung unter dem Thema „Eine Tierseuche bricht aus für den 1. Februar ab 14 Uhr im Parkschlöss- chen in Maasdorf organisiert.. Was bedeutet das für den landwirtschaftlichen Betrieb? Wie kann man sich vorbereiten? Die LR sprach vorab mit ihm.

Sie greifen als Tierarzt das Thema auf, warum?

Kreher Ich werde ständig von Landwirten gefragt, womit sie denn rechnen müssen, wenn die Schweinepest auftritt. Fast alle sagen mir, dass sie sich ungenügend informiert fühlen.

Worauf müssen sich Bauern im Seuchenfall einstellen?

Kreher Ich will das offen sagen: In einem solchen Fall sind die Bauern die Letzten, an die gedacht wird. Da haben die Veterinärämter und Ordnungsbehörden erst mal mit sich zu tun. Zuerst werden meist Sperrungen organisiert. Der Handlungsspielraum der Bauern ist null. Sie dürfen weder kaufen, noch verkaufen. Und es dauert, bis alles genau diagnostiziert worden ist.

Welche Erfahrungen werden Sie vermitteln können?

Kreher Wir haben Vertreter von zwei Landwirtschaftsbetrieben eingeladen, die aus ihren Erfahrungen beim Umgang mit Tierseuchen, damals war das nicht die Schweinepest, berichten. Das war in beiden Fällen ein Riesenaufwand. In einem Betrieb mussten 1500 Schweine gekeult, in dem anderen 300 Kühe sofort zur Schlachtung gebracht werden. Die Anforderungen an Mitarbeiter in den Betrieben sind enorm. Da liegen auch schon mal die Nerven blank. Die Höhe der Entschädigung aus der Tierseuchenkasse ist übrigens auch davon abhängig, wie hoch die Hygienestandards in den Betrieben sind.

Wie groß ist das Interesse an der Informationsveranstaltung?

Kreher Riesig. Ich glaube, der Saal in Maasdorf wird rammelvoll. Jetzt haben auch noch Veterinäre aus Sachsen und Thüringen von unserer Veranstaltung erfahren und wollen kommen.

Mit Michael Kreher
sprach Frank Claus.