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| 15:00 Uhr

Bereicherung des kulturellen Lebens
Seit zehn Jahren Vokalensemble Elbe-Elster

Herzberg. Die Zuhörer in der Marienkirche Herzberg hören zum runden Geburtstag ein würdiges Festkonzert. Von Stephan Creuzburg

Wenn ein allseits anerkannter und verdienstvoller Kantor in schon hohem Alter, aber weiter von Musik durchdrungen ist, in den Ruhestand geht, konnte es einfach nicht ausbleiben, dass er an anderer Stelle weitermacht. So Werner Mlasowsky, der eine Gemeinschaft von seinen Sängerinnen und Sängern um sich scharte und eben so „Musik weitermachen“ wollte. Das Vokalensemble Elbe-Elster entstand, das als eine Bereicherung des kulturellen Lebens im Elbe-Elbe-Kreis gilt und sich einen guten Namen gemacht hat. Und dies schon seit zehn Jahren. Grund genug, dieses Ereignis festlich zu begehen. Und es war festlich.

Mit Kompositionen für vierstimmigen Chor und Orgel von Cesar Franck (1822 – 1890) und seinem Zeitgenossen Louis Lewandowski hatte sich der Chor musikalisch und gestalterisch viel vorgenommen und auch – leider durch Krankheit mit sechs fehlenden Choristen – gemeistert. Mit Carl Heinrich Graun und Heinrich Schütz ging es auf hohem Niveau klassisch weiter. Dieses hohe Niveau wurde hörbar: die absolute Homogenität des Chores. Eine Leistung, die Werner Mlasowsky schon zu Kantors Zeiten auszeichnete und die wieder in beglückender Weise zum Ausdruck kam.

Dass dieses Ensemble auch keine Männerschwachstelle aufweist, bewies der sehr gute Vortrag des „Schmecket und sehet“ für vierstimmigen Männerchor von Christian Heinrich Rinck (1770 – 1846). Der festliche Charakter dieses Konzertes wurde bekräftigt mit Blockflötenmusik – Benedetto Marcello und John Baston, beide zur Jahrhundertwende ins achtzehnte Jahrhundert wirksam. Diese schöne Musik wurde ganz hervorragend vorgetragen von Elke Bachmann und Paul Stab und gefühlvoll begleitet von der Herzberger Organistin Solveig Lichtenstein, die ihr Können schon zu Anfang unter Beweis stellen konnte.

Es schlossen sich nun bekanntere und eingängigere Chöre an, die alle zu nennen, diesen Rahmen sprengen würden. Genannt seien aber Frank Schwemmer, wie auch Tobias Bromman, die als Zeitgenossen in großartiger Weise bekannte Lieder, ohne sie zu „modernisieren“ mit neuem musikalischen Leben erfüllt haben. Der Entdecker war sicher Mlasowsky! Wer kennt schon den 1982 gestorbenen schwedischen Organisten und Komponisten Waldemar Ahlen, dessen „Sommerpsalm“ ein Ohrwurm war und den der Chor nach langem und herzlichen Beifall als Zugabe wiederholte.

Superintendent Enders, selbst im Ensemble aktiver Sänger, brachte es gegen Ende quasi auf den Punkt, indem er in herzlichen Worten Werner Mlasowsky dankte. Man singt bei ihm gern und sie haben es, um die Frage von Christof Enders zu beantworten, „gut gemacht“.