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In der Louise dampft es wieder

Die Presse in der Brikettfabrik "Louise".
Die Presse in der Brikettfabrik "Louise". FOTO: Verwaltung
Domsdorf. Die Brikettfabrik "Louise" in Domsdorf feiert am Samstag, 25. April, den ersten Dampftag des Jahres. Dann steht auch die Brikettpresse wieder mächtig unter Druck. Wie der Förderverein. Ihn plagen Nachwuchssorgen. Anja Brautschek

Es ist eine Zeitreise ins Elbe-Elster-Land vor 100 Jahren. Dampf zischt aus der Presse der Brikettfabrik "Louise" in Domsdorf. Mühsam kommen alte Räder in Bewegung. Wenn die dampfbetriebene Brikettpresse aus dem 19. Jahrhundert in Gang gesetzt wird, wird ein Stück Vergangenheit zur Gegenwart. Zum Dampftag am Samstag, 25. April, können alle Interessierten wieder die historische Technik in Aktion erleben.

Erstmals handelt es sich um eine gemeinsame Aktion des Fördervereins Freundeskreis und der Schülerakademie. Daher fällt an diesem Tag nicht nur der Blick auf die durchlebte Geschichte der Brikettfabrik. Gleichzeitig wagen die Veranstalter einen Ausblick in die Zukunft. "Tradition trifft Innovation", fasst Museumsleiterin Mechthild Passek das Konzept zusammen. Und das zieht sich durch alle Bereiche des Museums. Die Schülerakademie baut zum Dampftag Experimente für die kleinen Forscher auf. In der Kraftwerkshalle und im Sozialgebäude können Wissbegierige unter anderem erkunden, wo Energie herkommt und wie wir uns bewegen.

"Wir sehen es als unsere Aufgabe und unsere Chance, den Blick auch nach vorne zu richten. Denn die Region verändert sich", erklärt Andreas Claus, Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück. Als Bergwerksdirektor des technischen Denkmals Louise sieht er es als Aufgabe des Museums, die Brücke zu schlagen zwischen der historisch wichtigen Vergangenheit des Kohlebergbaus in der Region und der Zukunft durch erneuerbare Energien. "Deshalb ist auch der Klimaschutz für uns ein großes Thema", sagt er.

Aus diesem Grund werden ab 10 Uhr die Gewinner des kreisweiten Grundschul-Wettbewerbes "Klimaschutz ist (eine) Kunst" gekürt.

Und auch der 5. Juli steht ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien, kündigt der Bergwerksdirektor an. Während einer Messe steht die Vielfalt der Elektromobilität im Vordergrund. E-Bikes und Elektroautos können ausprobiert und praktische Lösungen zur Stromversorgung in der Region erkundet werden.

Auch der Förderverein will sich mit neuen Ideen anders aufstellen. Denn wie andere Vereine hat auch der Freundeskreis Technisches Denkmal Louise Nachwuchssorgen. "Im Moment bemerken wir den Generationenwechsel. Ich bin jedoch sehr optimistisch", sagt Andreas Claus. Im vergangenen Jahr sind acht neue Mitglieder dem nun 38-köpfigen Verein beigetreten. Darunter auch fünf Jüngere.

Der Kontakt ist durch gemeinsame Veranstaltungen entstanden. "Wir freuen uns, dass sie sich nun stärker für die alte Dame einsetzen wollen und hoffen, dass sich noch weitere Mitstreiter finden, die ihr Wissen an Kinder und Jugendliche weitergeben", sagt er. Außerdem sollen künftig Arbeitsgruppen gebildet und die Vereinsarbeit so auf mehrere Schultern verteilt werden. Damit die Louise zu den Dampftagen schnaufen kann, ist viel Kraft und Zeit notwendig. "Denn eine alte Dame wie die Louise braucht immer wieder Pflege", sagt Andreas Claus.

Zum Thema:
Los geht es um 10 Uhr. In Führungen durch die Fabrik können Bergbaubegeisterte das Gelände kennen lernen. Höhepunkt ist eine Schauvorführung der dampfbetriebenen Brikettpresse. Außerdem sind in der Kraftwerkshalle Modelle unterschiedlichster Art zu besichtigen. In diesem Jahr ist neben Modelleisenbahnen und Schiffsmodellen auch der Schwungradgenerator dabei. Anmeldungen für Führungen sind im Sozialgebäude möglich. Die Teilnahme kostet sieben Euro, für Schüler und Studenten 4,50 Euro. Wer an den Forscherstationen der Schülerakademie mitmachen will, zahlt 2,50 Euro (drei Euro für Erwachsene).