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Immer weniger Kleingärtnereien

Rüdiger Winde (vorn) pflanzte mit den Kindern und Gästen zwei Apfelbäume in Tröbitz.
Rüdiger Winde (vorn) pflanzte mit den Kindern und Gästen zwei Apfelbäume in Tröbitz. FOTO: Frank Claus
Schönborn/Tröbitz. Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat zum Auftakt der Herbstpflanzsaison in Brandenburg auf Einladung des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg am Montag die Gärtnerei Winde in Schönborn besucht. Andreas Jende, Geschäftsführer des Verbandes, machte dabei deutlich, dass die Zahl kleinerer Gärtnereien im Lande immer mehr zurückgehe. Frank Claus

Viele könnten dem wirtschaftlichen Druck nicht standhalten, in einigen sei die Betriebsnachfolge nicht gesichert. Da sei die Gärtnerei Winde ein Leuchtturm, wenngleich auch dieser Betrieb unter hohem Druck arbeite. Wie Rüdiger Winde erklärte, habe er den Betrieb im Jahr 1991 mit seiner Frau Gundula von den Eltern übernommen. Er wirtschafte unter 2700 Quadratmeter Gewächshausfläche auf einem Grundstück von 0,6 Hektar. Die Gärtnerei habe vier Mitarbeiter.

"Die Herbstsaison trägt wesentlich zur Jahresbilanz des Brandenburger Gartenbaus bei. Anders als viele Freilandkulturen sind Beet- und Balkonpflanzen bei der Anzucht zwar weniger den Unbilden des Wetters ausgeliefert, dafür ist gerade hier der Konkurrenzdruck aus dem In- und Ausland besonders groß. Umso mehr sollten wir alle mit unseren Kaufentscheidungen dazu beitragen, diejenigen zu unterstützen, die als gärtnerische Fachbetriebe wie Gartenbau Winde selbst produzieren und vermarkten", erklärte Agrarminister Jörg Vogelsänger und fügte an: "Wenn ich Blumen hole, suche ich immer zuerst nach einer Gärtnerei." Er erntete Zustimmung bei Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), der auch von der aktiven Kreisgruppe der Gärtner zu berichten wusste. Beispielhaft, so der Landrat, sei das Engagement der Gärtnerei Winde in der Kinder- und Jugendarbeit. Rüdiger Winde unterstütze mehrere Schulprojekte, die dazu beitragen sollen, jungen Leuten Pflanzenwissen zu vermitteln und sie für den schönen Beruf eines Gärtners zu begeistern.

Rüdiger Winde machte im Namen der Kreisgruppe der Gärtner deutlich, wie wichtig für den Berufsstand die Unterstützung von Land, Kreis und Wirtschaftsförderung sei. Der Agrarminister und der Landrat sicherten ihre Unterstützung zu.

Im Anschluss wurden auf dem Schulhof der evangelischen Grundschule in Tröbitz zwei von Rüdiger Winde veredelte, alte Apfelbaumsorten, die noch bestimmt werden müssen, gepflanzt.