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Immer auf geradem Weg in Richtung Glück

Silvio Burkert engagiert sich schon seit vielen Jahren in Uebigau und insbesondere für den Nachwuchs - hier im Bild mit seinen beiden Söhnen Tom (8) und Matheo (fast 3).
Silvio Burkert engagiert sich schon seit vielen Jahren in Uebigau und insbesondere für den Nachwuchs - hier im Bild mit seinen beiden Söhnen Tom (8) und Matheo (fast 3). FOTO: Gückskinder Uebigau e.V. (LR-COS-REM-325)
Uebigau. Seit gut 15 Jahren lebt Silvio Burkert nun schon im Elbe-Elster-Kreis. Und es ist in dieser Zeit kein Jahr vergangen, in dem der 44-Jährige nicht irgendwelche Spuren hinterlassen hat. Sein aktuell größtes Projekt: die Uebigauer Glückskinder, an deren Spitze Silvio Burkert seit der Vereinsgründung vor anderthalb Jahren steht. Sylvia Kunze

Man könnte meinen, Silvio Burkert ist einer "von hier" und er sei schon immer da gewesen. Sein Name ist seit Jahren untrennbar mit verschiedenen Aktivitäten in der Stadt verbunden. "Aber ich bin erst 1999 in die Region gekommen", stellt der aus Lübbenau stammende Mann klar. Zuerst hat es ihn beruflich nach Falkenberg verschlagen, aber der Liebe wegen auch ganz schnell weiter nach Uebigau, wo er nun inzwischen seit 2004 mit seiner Familie lebt.

Er ist nicht der Mann, der das Leben aus dem Abseits betrachtet. Burkert mischt immer irgendwie mit. "Es wurde mir in der Familie vorgelebt, dass man von kleinauf für andere da zu sein hat", nennt er einen Grund dafür. Und es gibt noch einen Zweiten: "Ich habe als Sportler in Kinder- und Jugendjahren viel Unterstützung erfahren. Damals hat mich freilich nie interessiert, wer das alles möglich macht. Aber heute weiß ich das zu schätzen, und ich möchte irgendwie etwas zurückgeben."

Gelegenheit sollte er schon bald bekommen, denn seine Frau ließ den ehemaligen Handballer nicht lange zu Hause sitzen, "sondern hat mich sehr schnell in den Uebigauer Sportverein eingeführt", erinnert sich Silvio Burkert, denn "ich brauchte neben der Arbeit einen Ausgleich".

Diesen dürfte er inzwischen ausreichend gefunden haben: erst Fußballtrainer für Mini-Steppkes im Kindergartenalter, außerdem Elternsprecher in der Kita und Elternsprecher in der Schule und seit anderthalb Jahren nun auch noch Vorsitzender des Glückskinder-Vereins. "Es hat sich mit meinen beiden Kindern so entwickelt", sagt Burkert zu seiner Ehrenamtsbiografie.

So richtig ins Rollen gekommen ist alles, als Tom, der größere der beiden Söhne, inzwischen schon acht Jahre alt, in die Kita kam. "Wir, also Eltern und Erzieherin, waren eine eingeschworene Gemeinschaft", blickt der Uebigauer zurück. "Wir unternahmen viel gemeinsam, auch außerhalb der Kitazeit. Wir organisierten zum Beispiel zwei Busse und fuhren alle gemeinsam mit Geschwistern und Großeltern nach Klein Welka in den Saurierpark. Das war ein Erlebnis! Davon sprechen wir noch heute." Bei solchen Aktionen habe man sich "gut gefunden". Das Miteinander dauert bis heute an. "Zum Eltern-Stammtisch kommen jetzt die Lehrer dazu", erzählt Silvio Burkert.

Der Gedanke, den Glückskinder-Verein zu gründen, sei schon lange existent gewesen - noch vor der Debatte zur weiteren Existenz der Uebigauer Schule. Die Sorge um deren Zukunft hat den Startimpuls gegeben, aus der Vereinsidee schnell Wirklichkeit werden zu lassen.

Seitdem sind die Glückskinder stetig am Wachsen. Ihre Idee findet Zuspruch. "Wir wollen keinem Verein etwas wegnehmen, sondern helfend zur Seite stehen", sagt Burkert. Untermauert wurde das zum Beispiel schon mit zusätzlichen Aktionen beim Uebigauer Sportfest oder einer finanziellen Unterstützung für die Judokas. Außerdem hat der Verein in der Grundschule ein Lesezimmer hergerichtet, in der Kita ein Holzhaus zur Unterbringung der Spielgeräte aufgebaut, ein Familienzelten und ein Drachenfest organisiert. "Wir hatten dabei viele Helfer. Die finden sich hauptsächlich aber nur über das direkte Ansprechen. Facebook ist gut und schön, ersetzt aber nicht das Reden miteinander", ist der Vereinschef überzeugt.

Ein Schwerpunkt, dem man sich aktuell widmet, ist das Schaffen eines Treffs für die Uebigauer Jugendlichen. Für Burkert steht fest: "Wir können uns nicht familienfreundliche Stadt nennen und ein Lokales Bündnis gründen wollen und für diese Altersgruppe kein Angebot vorhalten." Aber er macht auch klar: "Die Eltern müssen von Anfang an mit ins Boot und Partner des Vorhabens werden."

Außerdem würde man gern den Hort mit Arbeitsgemeinschaften beleben. "Es gibt Leute, die auf Abruf stehen. Aber noch scheitert das Vorhaben an versicherungstechnischen Dingen."

"Facebook ist gut und schön, ersetzt aber nicht das Reden miteinander." Silvio Burkert über soziale Netzwerke und zwischenmenschlichen Kontakt

Vorgestellt werden in der Reihe "Gesichter der Region" Menschen, die bewegen, die etwas zu erzählen haben oder die sich auf ganz besondere Weise immer wieder einbringen. Kennen Sie auch jemanden, der es verdient hätte, dabei zu sein? Ein kurzer Tipp genügt: unter Telefon 03535 248323 oder auch per E-Mail an: red.herzberg@lr-online.de