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| 19:15 Uhr

Vorzeigbares und Schandflecke
Hohenleipisch investiert und kämpft mit Ruinen

So groß soll der Anbau für den Hort in Hohenleipisch auf dem einstigen Töpfereiareal werden, zeigt Bürgermeister Lutz Schumann an.
So groß soll der Anbau für den Hort in Hohenleipisch auf dem einstigen Töpfereiareal werden, zeigt Bürgermeister Lutz Schumann an. FOTO: Manfred Feller / LR
Hohenleipisch. Alles Gute ist nie beisammen, auch nicht in Hohenleipisch. Auf der einen Seite haben Privatleute und Kommune gebaut und saniert, auf der anderen Seite gibt es leere Gebäude und Schandflecke. Von Manfred Feller

Die Gemeinde Hohenleipisch im Amt Plessa mit ihren heute weniger als 1800 Einwohnern möchte in diesem Jahr voraussichtlich etwa 950 000 Euro in zahlreiche Vorhaben stecken. „Versilbert“ werden sollen die Eigenmittel hier und da durch Fördergeld. „So viel haben wir schon lange nicht mehr investiert“, sagt Bürgermeister Lutz Schumann. Denn trotz aller vorzeigbaren, verwirklichten Projekte gibt es noch sehr viel zu tun.

Die Liste ist lang, über die die Gemeindevertreter noch in diesem Monat befinden mögen. Wo anfangen? Am besten bei den Kindern. Auf der von der Gemeinde zu erwerbenden Fläche an der Dresdener Straße soll ein 8,50 mal 16,70 Meter großer Hortanbau an den Speiseraum der Schule entstehen - mit Gruppenräumen, Garderobe und Sanitärbereich. Die Hortplätze werden dringend gebraucht. Hohenleipisch will den Bau wegen des zeitraubenden  Weges ohne Förderung stemmen und dafür rund 250 000 Euro hinlegen. „Die Projektierung läuft. Wir wollen unbedingt noch im ersten Halbjahr ausschreiben“, kündigt der ehrenamtliche Bürgermeister an. Auf der heute leeren Fläche stand einst die Töpferei Edlich. Später präsentierte ein Autohaus darauf seine Fahrzeuge.

Aus gutem Grund sind in dem kommunalen Mehrfamilienhaus an der Trift nur zwei von vier Wohnungen belegt. „Bis auf die Heizung ist der bauliche Zustand fast noch wie zu Ostzeiten“, stellt Lutz Schumann fest. Ohne Fördergeld sind für die Sanierung, vor allem von Sanitär und Elektrik, etwa 127 000 Euro vorgesehen.

Einst lebten in der Waldsiedlung Hohenleipisch Sowjetsoldaten. nach der Wende wollte ein Hamburger Investor daraus ein Seniorenzentrum machen. Doch aus diesem Projekt wurde nichts. Nun soll das Ruinenobjekt wieder verkauft werden.
Einst lebten in der Waldsiedlung Hohenleipisch Sowjetsoldaten. nach der Wende wollte ein Hamburger Investor daraus ein Seniorenzentrum machen. Doch aus diesem Projekt wurde nichts. Nun soll das Ruinenobjekt wieder verkauft werden. FOTO: Manfred Feller / LR

Getan werden müsse auch einiges an und in den zwei fast komplett vermieteten Wohnblocks an der Dresdener Straße aus Richtung Elsterwerda. Die Wohnungen seien nicht auf dem neusten Stand und Keller feucht. Das Geld (59 000 Euro) reicht zunächst nur für kleinere Arbeiten und zum Befestigen der Fahrzeugstellflächen (50 000 Euro).

In der Berliner Straße sollen noch 2018 mehrere Hundert Meter Gehweg erneuert werden, plus Entwässerung - auf der einen Seite von der Gartenstraße bis hinter das Deutsche Haus, auf der anderen Seite von der Bahnhofstraße bis zum Grenzweg. Gesamtkosten: ungefähr 163 000 Euro. Die Anlieger sollen dafür anteilig zahlen. Vor dem Baubeginn werde zur Einwohnerversammlung eingeladen.

Auch diese Projekte stehen auf der noch nicht bestätigten Dringlichkeitsliste: Asphalt für den Parkplatz am Bahnhof (16 000 Euro), Sanierung Kriegerdenkmal (5000 Euro), Bau einer Abgrenzung zum Gehweg parallel zur Grünanlage Bahnhofstraße (ehemaliger Friedhof/10 000 Euro), Bepflanzung Fläche an der Germania (2000 Euro), Pflasterarbeiten vor der Trauerhalle auf dem Reesberg (6000 Euro), Planung Gehweg in der Waldsiedlung (Gordener Straße), Umbau der Bibliothek zum Gemeindezentrum sowie Dorfplatz und Trauerhalle in Dreska.

Der größte und teuerste Schandfleck in Hohenleipisch ist die ehemalige Tonwarenfabrik im Grenzweg. Das Gelände ist seit vielen Jahren eine einzige Trümmer- und Ruinenlandschaft in privater Hand.
Der größte und teuerste Schandfleck in Hohenleipisch ist die ehemalige Tonwarenfabrik im Grenzweg. Das Gelände ist seit vielen Jahren eine einzige Trümmer- und Ruinenlandschaft in privater Hand. FOTO: Manfred Feller / LR