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| 10:17 Uhr

Landwirtschaft
Hoftag bei den Bauern in Bönitz

Mit drei Traktoren ( John Deere, Claas und K700) ging es über das Gelände des landwirtschaftlichen Betriebes. Manchmal hieß es jedoch warten.
Mit drei Traktoren ( John Deere, Claas und K700) ging es über das Gelände des landwirtschaftlichen Betriebes. Manchmal hieß es jedoch warten. FOTO: Mirko Sattler
Bönitz. Landwirtschaftsbetrieb gibt Einblick in seine Produktion und seine aktuellen Sorgen. Von Mirko Sattler

Für das Hoffest der Röderland GmbH Bönitz  war das Wetter am  Samstag mit 25 Grad Celsius bei herrlichem Sonnenschein hervorragend. Trotzdem sehnen sich die Bauern um Geschäftsführer Manfred Stahr nach Regen. „Wir haben auf unseren Feldern extreme Trockenheit. Wenn es diese Woche nicht endlich regnet, haben wir beim Weizen einen Ausfall von bis zu 80 Prozent. Dann können wir nur hoffen, dass wir mit der Ernte unsere eigenen Tiere versorgen können“, sagte der Geschäftsführer Manfred Stahr. Normalerweise verkauft die Röderland GmbH im Durchschnitt noch 2500 Tonnen Getreide. „Unser Roggen wird viel als Brotgetreide genommen und geht bis nach Südtirol. „Aber auch Gerste, Hafer, Triticale, Mais, Sonnenblumen, Kartoffeln und Raps haben wir“, so Stahr.

Beim Raps bahnt sich die nächste Katastrophe an. War die Ernte in 2017 mit 30 Doppelzentner noch relativ gut, so geht man in diesem Jahr aufgrund des fehlenden Regens von einer Ernte von nur 10 Doppelzentnern aus. Und auch bei den Milchpreisen fahren die Bönitzer Bauern trotz der hervorragenden Qualität ihrer gelieferten Milch weiter Verluste ein. „Wir bekommen derzeit für unsere Milch einen Literpreis von 30,5 Cent. Realistisch und kostendeckend wären 35 Cent. Die Preissteigerung im Handel kommt bei den Bauern nicht an“, meint Manfred Stahr.

Nur durch die breite Aufstellung des Verbundes aus Röderland GmbH, der Landhof GmbH und seit Dezember 2016 auch der Agroland GmbH Saxdorf sei es möglich, die Verluste zu kompensieren. „Wir sind froh, dass wir die Biogasanlage mit ihrer 500 KW-Leistung haben. In der heutigen Zeit kann ein landwirtschaftlicher Betrieb nur dann überleben, wenn er so wie wir breit aufgestellt ist“, meint der Geschäftsführer. In die Zukunft blickt der 61-Jährige mit Sorge. Mit der Kappung der Direktzahlungen im Jahr 2020 an die Bauern werden nach Meinung von Manfred Stahr noch mehr Betriebe schließen müssen. „Heute fordert unsere Gesellschaft eine Landwirtschaft von 1950 mit vielen kleineren Höfen. Im Jahr 2040 werden diese Auswirkungen zu spüren sein. Denn dann wird die Landwirtschaft die Bevölkerung nicht mehr ernähren können“, ist sich der Geschäftsführer sicher.

Auch die Besucher des nunmehr 15. Hoffestes, welches nun alle zwei Jahre stattfindet, sind für die Landwirtschaft. „Landwirtschaft ist schon sehr wichtig. Wir sind von ihr abhängig. Wovon sollen wir sonst leben, wenn keiner Pflanzen – und Tierproduktion betreibt?“, fragt Karin K. aus Wahrenbrück, die gerade mit ihrem Enkelkind aus dem Traktor ausgestiegen ist. Auch Maik Schieritz aus Bad Liebenwerda nutzte die Möglichkeit des Mitfahrens auf einem Traktor. „Für mich ist die Landwirtschaft sehr wichtig. Was man für den täglichen Verzehr hier einkaufen kann, holen wir aus dem Hofladen. Er ist besser als ein großer Supermarkt“, so der 42-Jährige.

Jan Klebert schaut sich gerade die vielen Schaukästen zum Thema Kartoffelanbau heute und jetzt an. „Für mich gibt es keine Alternative zur Landwirtschaft. Bauern gab es schon früher, und sie muss es auch heute geben. Es ist nur Schade, dass sie von Berlin so wenig Unterstützung erhalten“, meint der Berliner, der im Bereich Weiterbildung zu Hause ist.

Das Fazit des Tages: Im Großen und Ganzen war das Hoffest wieder ein gelungenes Fest mit vielen interessanten Angeboten, wie zum Beispiel moderne Landtechnik, moderne Ställe und grüner Strom.