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| 07:36 Uhr

Hochwasserschutz Schwarze Elster
Zwei Länder stimmen sich ab

Potsdam/Elbe-Elster. Brandenburg will an der Schwarzen Elster 5900 Hektar Retentionsfläche schaffen. Von Frank Claus

In Brandenburg sollen zwischen Schwarzheide und Herzberg mehr als 5900 Hektar Retentionsfläche an der Schwarzen Elster wiedergewonnen werden. In Sachsen-Anhalt sollen auf dem Territorium des Altkreises Jessen Retentionsflächen von 390 Hektar im Bereich Hemsendorf/Gorsdorf und bis zu 140 Hektar im Bereich Löben-Meuselko geschaffen werden. Für eine geplante Rück­verlegungsfläche in Sachsen-Anhalt bei Arnsnesta solle geprüft werden, ob diese über die Landesgrenze hinweg bis nach Brandenburg vergrößert werden könne. Zwischen Arnsnesta (Brandenburg) und Premsendorf (Sachsen-Anhalt) war beim Hochwasser 2013 ein Deich gebrochen.

Das sind Ergebnisse der ersten länderübergreifenden interministeriellen Steuerungsgruppe zum Verbundprojekt des Nationalen Hochwasserschutzprogramms „Deichrückverlegungen entlang der Schwarze Elster“. Teilgenommen daran hätten in der vergangenen Woche nach Angaben des Potsdamer Umweltministeriums Experten der Ministerien aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Beschlossen worden sei die Einberufung der Steuerungsgruppe auf der gemeinsamen Kabinettssitzung beider Länder im Juni. Die Wiedergewinnung von Überschwemmungsgebieten und die Erhöhung des Hochwasserrückhalts durch Deichrückverlegungen an der Schwarzen Elster fordern Anrainer seit Langem. Es sei, so die Experten, ein sehr komplexes Vorhaben, das sich auf ein sehr großräumiges Gebiet erstrecke.

 Das nationale Hochwasserschutzprogramm mit überregional wirksamen Maßnahmen zur Retentionsgewinnung in den Fluss­einzugsgebieten war infolge des Junihochwassers 2013 an Elbe und Donau von der Bundesregierung und den Umweltministern der Länder initiiert worden. Die Flüsse sollen dabei einzugsgebietsbezogen betrachtet und die Projekte durch gemeinsames solidarisches Handeln der Ober- und Unterlieger umgesetzt werden. Eine länderübergreifende Abstimmung zur Planung und zum Stand der Umsetzung der Hochwasserschutz-Projekte sei hierbei besonders wichtig.