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| 19:11 Uhr

Hochwasserschutz
Brottewitz wird hochwassersicher

Im Bereich der Landesstraße 67 werden derzeit die Hochwasserschutzanlagen maßgeblich und nachhaltig ertüchtigt.
Im Bereich der Landesstraße 67 werden derzeit die Hochwasserschutzanlagen maßgeblich und nachhaltig ertüchtigt. FOTO: Veit Rösler
Brottewitz. Der neue Deich entspricht jetzt in Dimensionierung und Aufbau dem Stand der Technik. Zudem ist er höher als der Altdeich und strömungsgünstiger gestaltet. Von Veit Rösler

Die Erinnerungen an die Hochwasserflut 2002 und das damit verbundene Wunder von Mühlberg verblassen allmählich. Die Nachwirkungen der damals gerade noch so gemeisterten Flut sind aber auch heute noch und über mehrere Jahrzehnte hinweg allgegenwärtig. Zwischen dem 17. und 22. August 2002 hatten die Wassermassen bereits einen Teil der Ortsverbindung zwischen Brottewitz und Mühlberg überflutet. Hier drohten die Zuckerfabrik und die angrenzenden Landwirtschaftsbetriebe im Hochwasser zu versinken. Die Evakuierung der hier eingesetzten Soldaten war bereits angekündigt.

In diesem Bereich der Landesstraße 67 werden derzeit die Hochwasserschutzanlagen maßgeblich und nachhaltig ertüchtigt. Nach dem Hochwasser 2002 wurden für alle brandenburgischen Hochwasserschutzanlagen im Raum Mühlberg Planungen beauftragt. Um das Gesamtvorhaben handhabbarer zu gestalten und um Priorisierungen vornehmen zu können, wurden 21 Bauabschnitte festgelegt. Davon sind bereits elf fertiggestellt.

Bei dem jetzt realisierten Bauabschnitt handelt es sich um das zwölfte Bauvorhaben. Der Bauabschnitt 3.1.1 umfasst den Neubau eines etwa 1,5 Kilometer langen Hochwasserschutzdeiches unmittelbar südlich der Zuckerfabrik Brottewitz und daran anschließend einen Pa­rallelstreifen zur Mühlberger Straße (L 67). Er schließt dann an den bereits ausgebauten Bauabschnitt 3.1.2 an. Der neue Deich entspricht jetzt in Dimensionierung und Aufbau dem Stand der Technik. Er ist zudem höher als der Altdeich und durch die vorgenommene Begradigung strömungsgünstiger gestaltet. Nicht zuletzt konnte durch die Neutrassierung der Elbe an dieser Stelle dem Wasser mehr Raum gegeben werden. Im Hochwasserfall wird der Deich durch angelegte Verteidigungswege besser zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verteidigen sein. Die neue Trasse des Deiches macht die streckenweise Verlegung des Brottewitzer Grabens erforderlich. Der Einbau von zwei Sielen ist notwendig. Ein Siel wird westlich der Zuckerfabrik gebaut, um den Brottewitzer Graben an den Unterlauf anzuschließen. Die Deichquerung des umverlegten Brottewitzer Grabens erfolgt ebenfalls durch ein neu zu errichtendes Siel.

Insgesamt wurden und werden alle Hochwasserschutzanlagen im Raum Mühlberg mit einer Länge von 23,2 Kilometer ertüchtigt oder neu gebaut. „Während des Baus sind die Bauarbeiter auf problematische Grundwasserverhältnisse gestoßen, die planerisch und baulich neue Lösungen erfordern. Dadurch ist derzeit ein leichter Bauverzug eingetreten. Ursprünglich sind wir von einer Fertigstellung im Spätsommer 2019 ausgegangen, jetzt rechnen wir mit einem Bauende im vierten Quartal“, erklärt Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt (LfU). Derzeit sei an dieser Stelle von Baukosten in einer Höhe von rund 6,5 Millionen Euro auszugehen.

Als nächste Maßnahmen sind die Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlagen im Stadtgebiet von Mühlberg an der Alten Elbe und die Verstärkung der Deiche nördlich von Mühlberg zwischen Brottewitz und Altbelgern, das sogenannte Teilobjekt 2, vorgesehen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen aus insgesamt fünf Bauabschnitten ist ab 2019 geplant und wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Gleichzeitig läuft das Planfeststellungsverfahren für das Teilobjekt 4, das eine Deichertüchtigung im Bereich des Kieswerkes IV und eine Deichrückverlegung zwischen Borschütz und Gaitzsch zum Gegenstand hat. Die bauliche Umsetzung dieser Maßnahme steht in enger Abhängigkeit vom Verlauf des Planfeststellungsverfahrens. Konkrete Termine können für das Teilobjekt 4 nicht angegeben werden. Zusätzlich laufen die Planungsarbeiten für den linkselbischen Abschnitt der Hochwasserschutzdeiche.

Die Flut im Jahr 2002 nahe der Zuckerfabrik zwischen Mühlberg und Brottewitz. Die Fabrik und angrenzende Landwirtschaftsbetriebe drohten im Hochwasser zu versinken.
Die Flut im Jahr 2002 nahe der Zuckerfabrik zwischen Mühlberg und Brottewitz. Die Fabrik und angrenzende Landwirtschaftsbetriebe drohten im Hochwasser zu versinken. FOTO: Veit Rösler