| 15:30 Uhr

Das Kombi-Bauwerk B 169 Ruhland-Plessa
Straße auf dem Hochwasserdamm

Die B 169 zwischen Plessa und Lauchhammer-West wird künftig auf einem neuen Damm für den Hochwasserschutz verlaufen.
Die B 169 zwischen Plessa und Lauchhammer-West wird künftig auf einem neuen Damm für den Hochwasserschutz verlaufen. FOTO: Torsten Richter
Ruhland/Plessa. Das Land will bei B-169-Ausbau Ruhland-Plessa Hochwasserschutz und Straßenbau verbinden. Von Frank Claus

Es hat lange gedauert. Vielen viel zu lange. Doch jetzt sind die Vorplanungen abgeschlossen. Das Verkehrs- und das Umweltministerium des Landes Brandenburg haben das „Kombinationsbauwerk B 169 mit Hochwasserschutz-Funktion“ beim Bund eingereicht.

Es geht um den 11,25 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Autobahnanschlussstelle (A 13) Ruhland und der geplanten Ortsumfahrung Plessa. „Dieses Projekt befindet sich in der Entwurfsplanung und liegt derzeit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Erteilung des Gesehenvermerkes vor“, bestätigt Petra Dribbisch, Pressereferentin im Verkehrsministerium.

Jahrelang haben die Experten beider Ministerien eigenständig geplant. Die einen an einem Hochwasserschutzkonzept mit Deichrückverlegung und Dammneubau an der Schwarzen Elster, die anderen an Möglichkeiten des sogenannten dreistreifigen Ausbaus der vorhandenen B 169. Das ist ein „zweistreifiger Querschnitt mit abschnittsweisen Überholfahrstreifen“, wie die Fachleute sagen, und wie es sie in Südbrandenburg bei Cottbus, Senftenberg und Herzberg bereits gibt.

Und dann muss über den unterschiedlichen Ministeriumsstuben der Stern der Erleuchtung aufgegangen sein: „Wie wärs denn, wenn wir das Vorhaben gemeinsam angehen und für Hochwasserschutz und Straßenbau eine gemeinsame Lösung finden?“ Das Resultat liegt jetzt vor. Es ist machbar und birgt sogar eine ganze Reihe Vorteile.

Von Lauchhammer bis hin nach Elsterwerda könne Hochwasserschutz gewährleistet werden. Synergieeffekte gäbe es beim Flächenverbrauch und bei den Investitionen. Gleichzeitig würden Deiche rückverlegt und Retentionsräume geschaffen werden können.

Fakt ist: Für „einen Appel und ein Ei“ ist auch diese neue Variante nicht zu haben, denn es könne nicht einfach ein breiter Damm in die Landschaft mit breiter Straße obendrauf gesetzt werden. Benötigt würden drei Straßenbrücken im Trassenverlauf mit kombinierten Sielbauwerken. Außerdem werde ein neues Hochwasser-Schöpfwerk zur Sicherung der Vorflut im Hochwasserfall benötigt.

Elbe-Elsters Kommunalpolitik hat auf diesen Zwischenstand lange gewartet. Einerseits sind die Hochwasserschutzanlagen an der Elster desolat, anderseits gehört die B 169 nicht nur zu den meistbefahrenen Straßen im Süden Brandenburgs, sie ist auch jene, auf der zwischen den Alleeebäumen immer wieder schwere Verkehrsunfälle passieren.

Auch wegen dieser Brisanz  hatten die bisherigen Kreistage, alle Landräte und zahlreiche Kommunalpolitiker in den jeweiligen Legislaturperioden immer wieder Priorität auf den B 169-Ausbau gelegt.

In diesem Zusammenhang sei es auch zwingend nötig, endlich die Ortsumfahrungen für Plessa und Elsterwerda zu realisieren. Dazu erklärt die Pressereferentin des Verkehrsministeriums: „Die Maßnahmen befinden sich in der Vorplanung in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Umwelt bezüglich der Berücksichtigung von Hochwasserschutzmaßnahmen der Schwarzen Elster. Gegenwärtig wird der Antrag auf Linienbestimmung beim Bund vorbereitet. Ziel ist es, diesen noch im 1. Halbjahr 2018 einzureichen.“