ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:22 Uhr

Hochwasserschutz an der Elbe
Nach viel Schelte Minister-streicheln an der Elbe

Spatenstich für den Hochwasserschutz bei Brottewitz - Minister Jörg Vogelsänger (Mitte) mit Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.r.), Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (2.v.l.) sowie Mitarbeitern des Landesumweltamtes und des bauausführenden Betriebes.
Spatenstich für den Hochwasserschutz bei Brottewitz - Minister Jörg Vogelsänger (Mitte) mit Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.r.), Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (2.v.l.) sowie Mitarbeitern des Landesumweltamtes und des bauausführenden Betriebes. FOTO: Frank Claus / LR
Brottewitz. Spatenstich für knapp 1,7 Kilometer langen und 6,3 Millionen Euro teuren Hochwasserschutz-Damm bei Brottewitz. Von Frank Claus

Verbale Prügel hat das Land Brandenburg lange genug einstecken müssen. Der schleppende Hochwasserschutz an der Elbe erzürnte die Anwohner. Drei Hochwasser sind ins Land gegangen. Nach der Jahrhundertflut von 2002 und den damaligen Versprechungen, nun schnell für den Schutz von Bürgern, Gebäuden und Flächen zu sorgen, stand 2006 und 2013 noch zweimal das Wasser Unterkante Oberlippe. Doch längst haben die Sicherungsmaßnahmen Fahrt aufgenommen.

Zeit also fürs Minister-streicheln – ein Gefühl, das sich Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) trotz diesigen Wetters und Nieselregen am Mittwoch nicht entgehen lassen wollte. Der inzwischen als „lieber Minister“ von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) begrüßte  Ressortchef machte dann auch deutlich, dass man an Elbe und Oder mit den Schutzmaßnahmen ein gehöriges Stück vorangekommen sei. Immerhin 1680 Meter neuer Damm kommen nun bei Brottewitz dazu, um unter anderem die benachbarte Zuckerfabrik und die parallel zum neuen Bauwerk verlaufende Landesstraße 67 zu schützen. 6,3 Millionen Euro werden investiert. Geld, das aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds fließt. Bis Ende August des nächsten Jahres soll der zwischen vier und fünf Meter hohe Flutschutz fertig sein.

An zwei Punkten werden neue Sielbauwerke errichtet, durch die künftig die Entwässerung in die Elbe erfolgen kann. Darüber hinaus macht der Deichneubau die streckenweise Verlegung des Brottewitzer Grabens erforderlich. Auch Leitungen verschiedener Medien sind bei dem Bauvorhaben zu berücksichtigen.

Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel nannte weitere, fest eingeplante Schutzmaßnahmen an der Elbe, die bis 2023 realisiert werden sollen und hätte am liebsten wohl auch des Ministers Wange gestreichelt. Wäre da nicht der Knackpunkt bei Borschütz. Dort sollen Landwirte ihre hochwertigsten Böden für den Flutschutz hergeben. Gut möglich, dass Jörg Vogelsänger da noch mal Spießruten läuft.