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Thema Hochwasser-Überschwemmungskarten
Zwei Städte planen „Revolution“

Die Schwarze Elster, hier im Jahr 2012 bei Elsterwerda, tritt immer häufiger über die Ufer. Hochwasserschutzmaßnahmen erfolgen nur zögerlich. Gleichzeitig wurden aber Überschwemmungskarten für Flächen ausgewiesen, die Investitionen erschweren.
Die Schwarze Elster, hier im Jahr 2012 bei Elsterwerda, tritt immer häufiger über die Ufer. Hochwasserschutzmaßnahmen erfolgen nur zögerlich. Gleichzeitig wurden aber Überschwemmungskarten für Flächen ausgewiesen, die Investitionen erschweren. FOTO: mona claus
Bad Liebenwerda/Elsterwerda. Bad Liebenwerda und Elsterwerda wollen sich das Überschwemmungskarten-Szenario beim Thema Hochwasser nicht länger bieten lassen. Von Frank Claus

Wenn es um das Thema Überschwemmungskarten geht, dann kriegt Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (CDU) Puls. Seitdem das Land Flächen ausgewiesen hat, die im Hochwasserfall überschwemmt werden könnten und gleichzeitig für diese Gebiete deutliche Erschwernisse für Neubau und Erweiterungen eingebaut hat, werden Investitionen zum Hürdenlauf. „Wir müssten Investoren eigentlich den roten Teppich ausrollen, aber was machen wir? Wir sagen denen, was alles nicht geht und verprellen sie fast zwangsläufig“, schimpft der Bürgermeister. Kaum ein Bauvorhaben in der Stadt, das nicht an Hochwasserschutz-Grenzen stößt. „Ich habe den Kanal wirklich dicke. Beim Hochwasserschutz tut sich nichts und gleichzeitig werden den Kommunen Steine in den Weg gepackt“, sagt er und schiebt frustriert nach: „Am liebsten sollen wir jetzt Flächen erwerben oder Gräben ausheben, in die im Ernstfall das Hochwasser fließen kann.“ Auch bei der Überarbeitung der Flächennutzungspläne würden die Kommunen allein gelassen und auf den Kosten sitzenbleiben. Thomas Richter sieht keinen Ausweg mehr und will den Aufstand. „Ich habe mich an die Regionale Planungsgemeinschaft gewandt und einen Krisengipfel Hochwasser gefordert. Denn uns geht es ja nicht alleine so“, sagte er.

Bei Elsterwerdas künftiger Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) findet er dafür schon mal offene Ohren. „Elsterwerda hat die gleichen Sorgen“, sagt sie. Wenn das Land hier nicht endlich einlenke und moderatere Regelungen finde, „dann müssen eben alle betroffenen Städte vor dem Landtag demonstrieren“, sagt die Frau, die mit CDU-Mandat den letzten Monat in eben diesem in Potsdam noch Politik macht.

Thomas Richter weiß, dass er auch aus Herzberg und Uebigau-Wahrenbrück Mitstreiter für seinen Vorstoß finden wird. „Dort sind die Verwaltungen genauso frustriert beim Thema Hochwasser wie wir“, sagt er.