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Historischer Brücken-Augenblick

Historischer Augenblick in Elsterwerda: Die Elemente für die neue Brücke sind in der Nacht zu Dienstag eingeschwebt.
Historischer Augenblick in Elsterwerda: Die Elemente für die neue Brücke sind in der Nacht zu Dienstag eingeschwebt. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Elsterwerda. () Mit zwei 200 Tonnen-Schwerlastkränen ist in der Nacht zum Dienstag der neue Brückenschlag der B101 über die Bahnstrecken Berlin-Dresden und die Strecke Elsterwerda-Biehla erfolgt. Kurz vor 22. Veit Rösler / vrs1

Kurz vor 22.30 Uhr wurden die Ampeln der temporären Verkehrsregelung auf der B101 auf Rot geschaltet. Lkw- und Autofahrer mussten in der ersten Straßen-Sperrpause etwa 45 Minuten warten. Die Fahrleitungsanlage der Bahn war zuvor abgeschaltet und geerdet worden. Die Bahn-Sperrpause stand in der Planung bis 3.30 Uhr an. Unter fast taghellem Scheinwerferlicht wurden dann nacheinander die vier 32 Meter langen und jeweils 43 Tonnen schweren Brückenelemente von den auf der Bundesstraße aufgefahrenen Schwerlasttransportfahrzeugen angehoben, über die Bahnstrecke eingeschwebt und auf den Betonstützen verankert. Mehrere Schaulustige auf beiden Seiten der Bahnstrecke ließen sich den historischen Moment trotz vorgerückter Stunde nicht entgehen. Bereits am Vormittag waren vier Elemente am westlichen Widerlager eingebaut worden. Vier weitere wurden eine Nacht später installiert.

Etwa 100 Jahre soll so eine Brücke halten. Der parallel verlaufende Vorgängerbau hat nur etwa halb so lange gehalten. Durch die gegenwärtige Mehrbelastung und die fehlende Wartung zeigt die alte Brückenkonstruktion deutliche Spuren. "Wir hoffen, sie hält noch bis Herbst durch", so Bauleiter Philipp Heine (41) von Matthäi Brückenbau aus Freienhufen. Im November soll die neue zweistreifige Fahrbahn fertig sein. Dann werden die jetzt noch bestehenden beiden alten Fahrspuren ersatzlos abgerissen. Die Brückenfahrbahn ist dann nicht mehr vierstreifig, sondern nur noch zweistreifig.