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| 02:39 Uhr

Historie in Miniatur

Gabriella Donner vor einem ihrer Dioramen im Zinnmuseum Lebusa.
Gabriella Donner vor einem ihrer Dioramen im Zinnmuseum Lebusa. FOTO: Rico Meißner
Lebusa. Es sind vor allem die Details, die das große Ganze erst faszinierend machen. Wer aber jede Winzigkeit im Zinnfigurenmuseum von Gabriella Donner in Augenschein nehmen wollte, wäre damit wohl wochenlang beschäftigt. Rico Meißner

In bisher drei Räumen stehen in Lebusa Tausende Zinnfiguren in sorgfältig gestalteten Dioramen, jede einzelne von Hand gefertigt. Jede Szenerie ist komplett durchdacht. "Dioramen erzählen immer eine Geschichte", verdeutlicht Donner. Bei einem großen Teil der Ausstellung ist das wortwörtlich zu nehmen. Viele Stücke sind dem Leben der preußischen Könige, ganz besonders dem von Friedrich dem Großen, gewidmet. Da gibt es Szenarien von der Trockenlegung des Oderbruchs, von Jagden und Friseurbesuch, vom Gespräch mit Voltaire oder vom Bau der späteren Gruft. Egal ob bei den 20 Millimeter großen Hintergrundfiguren, den Standardfiguren von 30 Millimetern oder noch größeren - jedes Detail ist nach historischen Vorlagen geschaffen. "Gerade bei geschichtlichen Darstellungen muss jede Kleinigkeit akkurat sein," so Donner, die die Ausstellung mit ihrem Lebensgefährten Rudi Schulz betreut.

Dass die Museumschefin, die hauptberuflich in der Intensivbetreuung Sterbender arbeitet, viel Zeit in diese Freizeitbeschäftigung investiert, wird jedem Betrachter schnell klar. Für eine größere Figur kommen schon einmal 186 Stunden zusammen. Das ist allein die Zeit für die Gravur, hinzu kommen Gießen, Bemalen und natürlich die Ausgestaltung der Hintergründe der Dioramen. Durch den Einsatz von Spiegeln wird der dreidimensionale Effekt verstärkt. Dass sie für ihre Exponate gründlich recherchiert und ganz in der Materie aufgeht, beweist sie während einer Führung mit geschichtlichem Wissen, stets angereichert mit einigen Anekdoten.

Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich Dioramen zu Märchen, dem Berliner Alltagsleben des letzten Jahrhunderts sowie christlichen oder mythologischen Szenerien. Die nächsten Räume sind in Planung. Dann wird unter anderem auch die Werkstatt zu sehen sein.

Das "Zinnstübel Lebusa" steht allen Interessierten offen, feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Besuchstermine können unter Telefon 035364 799899 oder unter engel-gabriel@web.de vereinbaren werden.