Der persönliche Einsatz ist enorm. Seit zwölf Jahren fliegen Doris und Jürgen Bormann aus Hohenleipisch jeweils für mehrere Wochen zum Inselstaat Sri Lanka im Indischen Ozean, um dort Kindern aus armen Familien oder auch Waisen zu helfen. Unlängst sind sie von ihrer dreiwöchigen Reise zurückgekehrt und sind zufrieden. Fast.

Doris und Jürgen Bormann mit ihren Patenkindern Maduki und Kavish.
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Die Miene von Jürgen Bormann verfinstert sich. Denn geplant war, dass ihre langjährige Patentochter Maduki, die inzwischen 18 Jahre alt ist, sie in diesem Sommer besucht. „Doch das Touristenvisa für einen Kurzurlaub bei uns als Pateneltern in Hohenleipisch wurde von der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Colombo abgelehnt“, bedauert der Ruheständler. Es werde wohl befürchtet, dass die junge Frau, die Eltern und Bruder auf Sri Lanka hat, in Deutschland bleiben könnte. Aus Sicht der Pateneltern, die für alle Ausgaben bürgen, Hin- und Rückflug bezahlen wollen, sei dies haltlos. Maduki möchte im nächsten Jahr ihr Abitur machen und dann in ihrer Heimat einen Beruf erlernen oder studieren. Die verhinderten Gasteltern überlegen nun, was sie nun unternehmen können.

20 arme Kinder beschenkt

Erneut ein voller Erfolg sei dagegen die Hilfsaktion auf Sri Lanka gewesen. Dank der Spenden von Mitarbeitern der Firma Milan in Elsterwerda, der Seniorensportgruppe und der Zahnarztpraxis Bölke aus Hohenleipisch sowie der Familie Christiansen aus Hemslingen und weiteren Privatpersonen konnte diesmal 20 Mädchen und Jungen der großen Grundschule in dem Dorf Dodanduwa geholfen werden. Dabei handele es sich um Kinder aus armen Familien. Diese erhielten reichlich neues Schulmaterial.

Siegrid und Gottfried Dick (2. und 3.v.r.) aus Ruhland haben Spenden gesammelt. Mit dem Geld wurden auf Sri Lanka unter anderem Möbel gekauft und diese einem Kinderheim für Jungen übergeben.
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Das mitreisende Ehepaar Siegrid und Gottfried Dick aus Ruhland hatte im Vorfeld zu Hause Spenden beim Männergesangsverein 1846 Ruhland gesammelt. Mit dem Geld wurden, weil der Transport aus Deutschland keinen Sinn macht und zu teuer ist, vor Ort auf der Insel notwendige Dinge für die Hilfeempfänger gekauft. Das Ehepaar Dick unterstützte ein Kinderheim für Jungen mit Schränken, Schreibtafeln, weiterem Schulmaterial und Hygieneartikeln. Alles werde dringend gebraucht.

Keine Unbekannten mehr

Jürgen Bormann berichtet, dass er und seine Frau in den Geschäften der Umgebung, die eine Urlaubergegend sei, stets erkannt werden, obwohl sie nur einmal im Jahr auf die Insel reisen. Überall werde man herzlich aufgenommen. Begleitet wurden die Ehepaare aus Hohenleipisch und Ruhland diesmal von zwei Frauen aus Heidenheim, die sich diesem privaten Hilfsprojekt angeschlossen haben.