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| 17:01 Uhr

Heute wird der Beton geschüttet

Beidseitig wird die Schalung an der neuen B-101-Bahnbrücke in Elsterwerda angebracht.
Beidseitig wird die Schalung an der neuen B-101-Bahnbrücke in Elsterwerda angebracht. FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Ab 6 Uhr rollen 34 Mischertrommeln an die neue Bahnbrücke nach Elsterwerda. Insgesamt 270 Kubikmeter Beton werden geschüttet. Frank Claus / fc

Es ist ein weiterer wichtiger Schritt: Am Freitag wird der Beton für die neue B-101-Brücke in Elsterwerda geschüttet. Später sollen dort die zwei Fahrspuren sowie ein Rad- und Gehweg verlaufen. 270 Kubikmeter werden mit 34 Mischertrommeln ab 6 Uhr angeliefert und mittels Betonpumpe an die richtige Stelle transportiert. Der Beton wird dann mittels Flaschenrüttler in das Geflecht aus Stahl eingerüttelt.

Auf der Baustelle herrscht Hochbetrieb. Die Eisenflechter haben satt zu tun, die Unterträger auf den Widerlagern und Pfeilern waren einzuschalen, die Wasserablauf stutzen zu montieren. Beiderseits muss Schalung an der Brücke befestigt werden.

Zeitgleich wird links und rechts der Brücke an den Straßenanschlüssen in Richtung Plessa und Bad Liebenwerda gearbeitet. Der Plan ist unheimlich ehrgeizig. Bis Mitte Oktober müssen die Fahrbahnen fertig sein, damit der Verkehr über die neue Brücke rollen kann. Denn zwischen dem 23. und 30. Oktober ist bei der Bahn eine weitere Sperrpause beantragt. Dann soll der Rest der alten Brücke abgerissen werden.

Philipp Heine, Bauleiter Brückenbau bei der Firma Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co.KG aus Freienhufen, weiß, dass jeder Tag Baufortschritt zählt. So sollen gleich nach dem Betonschütten die seitlichen Kappen zur Aufnahme von Fuß- und Radweg sowie Geländer geschalt werden. Danach wird die Brücke abgedichtet, um schließlich den Asphalt aufbringen zu können.

In Richtung Bad Liebenwerda ist eine Begrenzungsmauer im Straßenverlauf bereits gegossen; in Richtung Plessa soll das alte Fundament um etwa die Hälfte abgestemmt werden, um das neue gießen zu können. Die leicht geschwungene Brücke erhält dann eine neue Kreuzung im Bereich Lessingstraße/Heinestraße.

Die alte Elsterwerdaer Brücke hatte fast 40 Jahre auf dem Buckel. Sie ist im Jahr 1978 in Betrieb gegangen und damals als Segen für die Stadt gefeiert worden. Hörte damit doch das schier endlose Warten am Bahnübergang der Berliner Straße auf. Die "Glück-auf!"-Schranken, wie sie wegen ihres nahezu dauergeschlossenen Zustandes von der Bevölkerung verspottet wurden, gehörten mit der Einweihung des Überführungsbauwerkes der Vergangenheit an. Der nun auf Hochtouren laufende, etwa fünf Millionen Euro teure Neubau ist lange vor sich hergeschoben worden. Brückenprüfungen haben dem Bauwerk miserable Noten beschert. Seit mehreren Jahren war die eigentlich mit vier Fahrstreifen ausgestattete Brücke nur noch auf zweien befahrbar.

Die alte Brücke bestand aus zwei separaten Feldern. Es ist eine sensible, enge Baustelle. Denn während auf der noch verbliebenen zweiten Brückenhälfte der Verkehr noch beidseitig läuft, entsteht gleich daneben die neue Brücke.

Am 9. Dezember will nach jetzigem Planungsstand die Bahn den Verkehr auf der Strecke Berlin-Dresden wieder aufnehmen. Seit August 2016 ist der 73 Kilometer lange Abschnitt zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch wegen des Ausbaus der Strecke auf Tempo 200 gesperrt.

Zum Thema:
Die B 101 soll zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda dreistreifig im "2+1-Querschnitt" - zwei Fahrspuren mit einer jeweils wechselnden Überholspur - ausgebaut und zeitgleich mit der B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda im September 2018 fertiggestellt sein. Wie Steffen Kleiner vom Landesbetrieb Straßenwesen sagt, sei die öffentliche Ausschreibung erfolgt. "Wir befinden uns mitten im Vergabeverfahren." Er geht von einem Baustart in der ersten Oktoberwoche aus. (fc)