ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:31 Uhr

Hohenleipisch
Herrnhuter sind an vielen Himmeln zu sehen

Grit Krüger in Hohenleipisch weiß um die Beliebtheit der Weihnachtsschmucksterne.
Grit Krüger in Hohenleipisch weiß um die Beliebtheit der Weihnachtsschmucksterne. FOTO: Veit Rösler
Hohenleipisch. Die Mutter aller Weihnachtsschmucksterne ziert mittlerweile nicht nur viele Kirchtürme, sondern auch viele private Fassaden und Fenster. Von Veit Rösler

Klein, groß und in unterschiedlichsten Farben: Der Herrnhuter Stern aus Herrnhut in Sachsen gehört noch immer in symbolischer Anlehnung an den Stern von Bethlehem zum beliebtesten Weihnachtsschmuck. Er ziert mittlerweile nicht nur viele Kirchtürme, sondern auch viele private Fassaden und Fenster, hoch am Himmel über den Menschen. Im Schreibwarenladen von Grit Krüger in Hohenleipisch werden die Sterne seit vielen Jahren angeboten. Sie gehen dennoch immer wieder in der Vorweihnachtszeit in beachtlicher Anzahl über den Ladentisch.

Mit stets 17 viereckigen und acht dreieckigen Zacken und damit mit 25 Strahlen als geschütztes Produkt ist der Stern ein geometrisches und mathematisches Wunderwerk, in dem nicht nur die Information über die astronomische Herkunft, sondern auch wichtige geometrische und damit mathematische Grundgesetze stecken. Wichtige Dinge, wie unterschiedliche und damit für verschiedene Stellen geeignete Größe, elektrische Verkabelung, Sturmfestigkeit und simpler aber effektiver Zusammenbau mussten schon von Anfang an bei der Konstruktion berücksichtigt werden. Mitbewerber haben die Idee längst aufgegriffen und Sterne mit unterschiedlichen Strahlenanzahlen konstruiert.

Vor über 160 Jahren in der Herrnhuter Brüdergemeine entstanden, gilt der Herrnhuter Stern als Ursprung aller von Menschenhand gemachter Weihnachtsschmucksterne. Mitte des 19. Jahrhunderts leuchtete der erste Stern aus Papier und Pappe in den Internatsstuben der Herrnhuter Brüdergemeine. Von einem Erzieher im Mathematikunterricht gebaut, diente er zum Vermitteln eines besseren geometrischen Verständnisses. Fortan bastelten die Kinder am 1. Sonntag im Advent ihre Sterne und trugen damit diesen Brauch in ihre Familien.

Welche tatsächliche Bedeutung das religiöse Vorbild, der Stern von Bethlehem in sich trägt, ist bis heute ein Rätsel. Eine astronomische Bedeutung dürfte klar sein: Astronomen sehen in ihm als wahrscheinlichste Varianten einen hintereinanderstehenden Doppelstern oder eine Supernova. Dabei gibt es vielleicht einen ultimativen Zusammenhang mit dem echten Stern von Bethlehem im Westjordanland mit dem Kloster Mühlberg ganz in der Nähe. Denn auch das nennt sich „Marien-STERN“. Aber warum eigentlich?