Peter S. Dietrich, Leiter des Fachbereiches Familienforschung und Familienberatung, hat mit seiner Kollegin Karen Kammler den Part übernommen. Die RUNDSCHAU sprach mit Peter S. Dietrich.

Wie muss man sich die wissenschaftliche Begleitung des Projektes vorstellen?

Die wissenschaftliche Begleitung ist nicht abgegrenzt von der Projektarbeit. Sie hat eine begleitende, beratende Funktion. Im Kern werden wir das Projektteam dabei unterstützen, die Entwicklungsziele zu erreichen. Dazu wird es unter anderem notwendig sein, sogenannte Familienfreundlichkeitsindikatoren, die für spezifische Entwicklungen in der Region stehen, zu erkunden. Ein Beispiel ist die Anzahl generationenvernetzender Angebote. Um diese Indikatoren zu erfassen und um gleichzeitig den Ist-Stand bei der Familienfreundlichkeit abzubilden, planen wir eine Studie. In diese Analyse werden sowohl Familien, geplant ist eine Befragung von 1000 Haushalten, als auch die sogenannten Akteure einbezogen. Letztere stehen zum einen für die Familienarbeit vor Ort. Zum anderen werden wir auch politische und wirtschaftliche Verantwortungsträger und das Verwaltungshandeln in den Blick nehmen.

Was passiert mit den Ergebnissen der Studie?

Die Ergebnisse werden noch vor der Sommerpause 2011 in einer Zukunftswerkstatt vorgestellt. Diese soll auch dazu dienen, die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort weiter zu vertiefen. Die Projektgruppe versteht sich als strategischer Partner aller lokalen Entwicklungskräfte. In der nachfolgenden zweijährigen Hauptphase übernimmt das Projekt dann Moderations-, Beratungs- und Vernetzungsaufgaben. Es wird ein Erfahrungsaustausch organisiert und die Kooperationspartner bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt.

Welchen Eindruck haben Sie bei der Auftaktveranstaltung für das Projekt im Dezember gewonnen?

Einen guten. Es gibt einen klaren politischen Willen und eine breite Basis für das Vorhaben, Referenzregion für Familienfreundlichkeit und Gemeinsinn zu werden. Ich habe mit vielen gesprochen, die für die Idee einer kinder- und familienfreundlichen Region brennen und dafür auch schon viel getan haben. Ob damit die “kritische Masse„ derjenigen erreicht ist, die wir für den Erfolg des Vorhabens brauchen, kann ich allerdings noch nicht einschätzen. Ich gehe jedoch davon aus, dass es angesichts des bereits vorhandenen familienfreundlichen Klimas in Elbe-Elster gelingen wird, ein innovatives Kooperations- und Vernetzungskonzept, das Basis für eine nachhaltige Kinder- und Familienfreundlichkeit darstellt, zu erarbeiten.

Ist es das, was nach drei Jahren Projektarbeit auf dem Tisch liegen soll?

Ja. Darüber hinaus richtet sich der Projektauftrag nicht nur auf das Elbe-Elster-Land. Er ist sozusagen grenzüberschreitend. Wenn wir 2013 Antworten darauf geben können, was ein Landkreis braucht, um familienfreundlich zu werden und zu bleiben, dann sind das auch Antworten für andere Landkreise in Brandenburg. Gemeint sind hier vor allem die berlinfernen Landkreise, die ähnliche strukturelle und demografische Probleme aufweisen. Das Projekt wird in allen Phasen versuchen, dieser Transferidee gerecht zu werden. Durch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung wird es anderen Landkreisen oder Regionen möglich sein, entsprechend ihrer territorialen Besonderheiten einen eigenen Strategiepfad mit dazu passenden Entwicklungsschritten zu gehen.

Mit Peter S. Dietrich sprach Gabi Böttcher.