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Heimatforschung bleibt spannend

Gut besucht war der jüngste Regionalen Heimatkundetag des Elsterwerdaer Heimatvereins.
Gut besucht war der jüngste Regionalen Heimatkundetag des Elsterwerdaer Heimatvereins. FOTO: Heimatverein
Elsterwerda. Zum 8. Mal lud der Heimatverein Elsterwerda und Umgebung seine Mitglieder und interessierte Bürger zum bewährten Regionalen Heimatkundetag nach Elsterwerda ein. So wurden die mehr als 80 Gäste von Eberhard Nelle moderierend durch den spannenden Samstag-Vormittag geführt. red/fh

Dass Heimatgeschichte etwas Wertvolles und Bewahrendes ist, führten die Fachreferenten unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten in ihren Vorträgen aus. Nach dem musikalischen Willkommensgruß durch Laura Ness, Schülerin der Kreismusikschule "Gebrüder Graun", folgte mit Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) eine Einführung in die Ausstellungsmodule der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung in Doberlug/Kirchhain. Er hob nicht nur die Bedeutung der Landesausstellung aus wissenschaftlicher und kultureller Sicht hervor, sondern verwies auf die hohe Bedeutung zur regionalen Entwicklung und dankte den sich einbringenden Partnerstädten und Akteuren. Mit den Vorträgen von Dr. Matthias Baxmann und Gert Oßendorf wurde das Augenmerk dem Floßkanal Grödel-Elsterwerda und den historischen Grenzsteinen zwischen Preußen und Sachsen gewidmet. Die historische Ausstellung des benachbarten Merzdorfer Heimatvereins und die in diesem Kontext liebevoll organsierten Grenzsteinwanderungen wurden prompt von der Vorsitzenden des Elsterwerdaer Heimatvereins, Anja Heinrich in das Jahresprogramm 2014 mit aufgenommen. Ralf Uschner, ein den Gästen gut bekannter und immer gern gesehener Unterstützer zur Vermittlung heimatgeschichtlichen Wissens lud die Gäste ein in die Herrschaftszeit um 1725. Elsterwerda als Vasallenstädtchen und Bad Liebenwerda als Amtsstadt waren in dieser Zeit durch die Burganlagen und deren umliegenden Güter geprägt. Deutlich wurde, dass Brandenburg mehr investieren muss in den Erhalt und die Sicherung von Denkmalen.

Wehmütig erinnern sich viele noch an die alte Bäckerei Selkmann, nach deren sondergenehmigtem Abriss nun eine Baulücke klafft. Namen wie jene der Löwendahls führten ohne viel Umschweife zum Vortrag durch Dr. Gustav Bekker und in die Zeit der geheimnisvollen Schlossherrin Francisca Krasinska.

Bezogen auf die Aufzeichnungen des Tagebuches der polnischen Adligen und unterschiedlichster Quellen polnischer und deutscher Archive beschäftigt die Biografie viele Bürger unserer Stadt. Vermittelt doch die bisher bekannte und autorisierte Geschichte einen interessanten Klang europäischer Historie zwischen Sachsen, Polen und Italien. Zum Leben der Krasinska gibt es noch vieles zu erforschen. Die Stadt Elsterwerda kann von Biografien wie dieser nur profitieren, vor allem, dann, wenn auch die Schulen mit Forschungsarbeiten unterstützen.

Eberhard Nelle und Anja Heinrich zeigten sich begeistert über das Resümee des 8. Heimatkundetages ihrer Heimatstadt. Herzlich bedankten sie sich bei der Stadt Elsterwerda, der Freiwilligen Feuerwehr Elsterwerda, der Töpferei Lück, dem historischen Archiv, bei den Referenten und Gästen. Der nächste Heimatkundetag findet turnusmäßig im März 2016 statt.