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| 14:54 Uhr

Gewonnen!
Heimat seltener Tierarten erhält hohe Auszeichnung

Waldbesitzer Lutz Freytag freut sich über den 1. Deutschen Waldpreis. Naturparkchef Lars Thielemann zählt zu den ersten Gratulanten.
Waldbesitzer Lutz Freytag freut sich über den 1. Deutschen Waldpreis. Naturparkchef Lars Thielemann zählt zu den ersten Gratulanten. FOTO: Veit Rösler
Hohenleipisch. Der erstmals verliehene Deutsche Waldpreis geht nach Hohenleipisch. Von Veit Rösler

Gewonnen! Der erstmals verliehene Deutsche Waldpreis geht nach Hohenleipisch! Waldbesitzer Lutz Freytag aus Magdeburg hat die Trophäe in der vergangenen Woche beim Waldbesitzerverband in Potsdam erhalten und jetzt mit nach Hohenleipisch gebracht.

In dem Auswahlverfahren zum Deutschen Waldpreis hatte sich zunächst eine Vielzahl von Bewerbern um den Preis bemüht. Eine Jury kristallisierte die drei erfolgversprechendsten Bewerbungen heraus, um diese dann auch noch einer breiten Öffentlichkeit zur Wahl zu stellen. Neben Waldbesitzer Lutz Freytag sind Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern mit Waldgebieten um die Burg Hohenzollern bei Hechingen in Baden-Württemberg mit einem sehr großen und vielseitigen Forstbetrieb sowie Michael Fischer aus Fellen in Bayern mit einem 72 Hektar großen, seit 1356 im Familienbesitz befindlichen Wald im bayrischen Spessart in die nähere Auswahl gekommen. Das Bewerbungsgebiet um die Muna war die einzige Fläche im Osten Deutschlands.

Vor zwölf Jahren hat der leidenschaftliche Forstwirt Lutz Freytag nördlich von Hohenleipisch 330 Hektar Waldfläche und damit die wesentlichen Teile des alten Munitionsdepots Muna erworben. Die Flächen sind mit Kampfmitteln belastet und mit Unmengen Schrott übersät. Hier befand sich nach der Munitionsproduktion und Lagerung durch die Luftwaffe der Nationalsozialisten jahrzehntelang ein Sonderwaffenlager der Sowjetarmee. Bis 1992 war das Gebiet vom sowjetischen Militär besetzt. Nach der Öffnung der Anlage wurden hier 160 Bunker gezählt, von denen einige zurück gebaut werden konnten.

Lutz Freytag versteht die Auszeichnung als wichtige Bestätigung für seinen Umgang mit einem ganz besonderen Stück Natur und das unter nicht immer leichten Bedingungen. Im Konzept soll das alte Industriegebiet, das ja die ehemalige Munitionsfabrik mit Lagerbunkern darstellt, zu einem Forstbetrieb mit Einbeziehung von Naturschutzkonzepten umgewandelt werden. Dabei ergibt sich die große Chance, umfangreiche Teile gezielt als Naturschutzprojekte zu gestalten.

Das Land Brandenburg und der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft unterstützen die Vorhaben. „Das Muna-Projekt ist die beste Bestätigung, dass eine alte Militärliegenschaft, Wirtschaftswald und Naturschutz miteinander vereinbar sind“, sagt Naturparkchef Lars Thielemann. Bei der Nutzung der Waldgebiete in und um die Muna war die flächendeckende, rein kommerzielle Forstwirtschaft seit der Übernahme durch Waldeigentümer Lutz Freytag schrittweise zurück gefahren worden. Heute steht fast die Hälfte der Fläche unter Naturschutz.

In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft stehen in dem Gebiet heute mehrere Naturschutzprojekte auf der Prioritätenliste ganz oben. Herzstücke sind hierbei die Wiederansiedlung des Auerwildes, aber auch zahlreiche Fledermausprojekte in den ehemaligen Bunkern. Viele Bunker wurden als Quartiere für seltene Waldfledermausarten hergerichtet. Von den rund 100 Auerhühnern im Projektgebiet leben rund 70 Tiere im Wald von Lutz Freytag.

Die Baumbepflanzung der Flächen wird auf die Bedürfnisse dieser geschützten Tiere sukzessive angepasst. Ein Viertel der Fläche ist jetzt Urwald, in dem sich die Natur in rascher Geschwindigkeit ihren Anteil zurück erobert. Neben dem Auerwild und den bedrohten Fledermausarten sind in dem Wald nördlich von Hohenleipisch wieder Wildkatzen, Wölfe, Hirschkäfer und Seeadler zu finden.