Der Knall gegen 11 Uhr am Freitag war bis Ortrand, Plessa, Elsterwerda und sogar Bad Liebenwerda zu hören. Eine Explosion auf dem Gelände der Schradenbiogas GmbH & Co. KG am Ortrand von Gröden hat die nähere Umgebung kurzzeitig erschüttert. Was war geschehen? „Der Unfall ereignete sich im separaten Heizraum. Es kamen keine Personen zu schaden. Nach einer ersten Sichtinspektion scheint die Biogasanlage selbst nicht betroffen zu sein. Auch ein Gasaustritt konnte nicht festgestellt werden“, informiert Felix Gmelin, Pressesprecher der BayWa r.e. GmbH mit Sitz in München. Die BayWa AG ist die Muttergesellschaft des Betriebes in Gröden.

Großaufgebot der Feuerwehr bei Biogasanlage

Nach der Explosion seien alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen durch die Mitarbeiter, 16 arbeiten dort im Schichtbetrieb, eingehalten und die Feuerwehr informiert worden, heißt es weiter. Die Brandbekämpfer rückten dann auch mit einem Großaufgebot an. Insgesamt waren es sieben Wehren aus den Amtsbereichen Schradenland und Plessa. Zu ihrer Ausrüstung gehören Gaswarngeräte. Die Biogasanlage sei dann in ihren Betriebsprozessen heruntergefahren und das Gelände vom Stromnetz genommen worden. Bald darauf konnten die Feuerwehren in ihre Depots zurückkehren. „Die Leute hier hatten großes Glück“, kommentiert Einsatzleiter Oliver Georgi. Der 37-jährige ist Amtsbrandmeister im Schradenland.

„Die Unfallursache ist unklar. Eine umfassende Untersuchung zu Ursache und Hergang wurde durch den Anlagenbetreiber bereits eingeleitet“, ergänzt Felix Gmelin von der BayWa r.e. GmbH. Zur Höhe des Sachschadens und zum Zeitraum des Wiederaufbaus könnten derzeit keine Angaben gemacht werden. Dazu brauche man einige Tage Zeit.

Aus Abfällen in Biogasanlage wird Bioenergie

In der im Jahr 1995 errichteten und stetig modernisierten Biogasanlage bei Gröden werden aus Bioabfällen Biomethan und Strom produziert. In den zwei Reaktoren mit einem Fassungsvermögen von jeweils 3000 Kubikmetern werden jährlich bis zu 80 000 Tonnen Gülle von Schweinen und Rindern sowie etwa 30 000 Tonnen organische Abfälle (wie Küchen- und Kantinenabfälle, und überlagerte Nahrungsmittel) verarbeitet. „Die Lieferanten“, so Felix Gmelin, „bleiben nicht auf ihren Reststoffen sitzen. Wir nehmen diese weiterhin an und verteilen sie auf unsere beiden anderen Anlagen.“ Täglich produziere man in Gröden ungefähr 17 000 Kubikmeter Biogas und daraus etwa 35 000 Kilowattstunden Elektroenergie.

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