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Hallenumbau auf der Zielgeraden

Bauberatung am Mittwoch in der teilfertigen Hirschfelder Sporthalle. Die Decke hängt, die Prallschutzwände (im Hintergrund) entstehen. Von links: Danny Olbrich (Baufirma HDO Hirschfeld), Karsten Giesche (Firma Parkett Giesche aus Naundorf bei Schlieben), Annegret Kramer (Integra Vital Service GmbH Herzberg), Jens Schmidt und Erwin Karl (Architekturbüro Rüdiger Karl aus Schönewalde bei Herzberg) und Alf Richter als Vertreter des Bauherrn SV Hirschfeld.
Bauberatung am Mittwoch in der teilfertigen Hirschfelder Sporthalle. Die Decke hängt, die Prallschutzwände (im Hintergrund) entstehen. Von links: Danny Olbrich (Baufirma HDO Hirschfeld), Karsten Giesche (Firma Parkett Giesche aus Naundorf bei Schlieben), Annegret Kramer (Integra Vital Service GmbH Herzberg), Jens Schmidt und Erwin Karl (Architekturbüro Rüdiger Karl aus Schönewalde bei Herzberg) und Alf Richter als Vertreter des Bauherrn SV Hirschfeld. FOTO: Feller
Hirschfeld. Der kleine Sportverein Hirschfeld leitet den behindertengerechten Komplettumbau der Sporthalle. In wenigen Wochen ist alles fertig. Manfred Feller

Ohne Alf Richter geht fast gar nichts. Er managt für den nur knapp fünf Dutzend Mitglieder zählenden Sportverein Hirschfeld den behindertengerechten Umbau und die Modernisierung der Sporthalle neben der Grundschule. Der SV ist Pächter, die Gemeinde Eigentümerin.

Dabei ist Alf Richter als Diplom-Ingenieur für Energietechnik nur entfernt vom Fach. Und doch hält er alle Fäden fest in der Hand. Wenn er kurz und bündig sagt "Wir liegen im Zeitplan.", dann ist das auch sein Verdienst - neben den ehrenamtlichen Helfern, der Verwaltung und den fast ausnahmslos heimischen Firmen. Laut dem Bauzeitenplan ist die Abnahme aller Gewerke am 31. August vorgesehen. Die Übergabe der Halle soll am 4. September sein. Noch sieht es danach nicht aus. Aber wenn der Bauherr versichert, dass es zu packen ist, dann wird es so sein.

Auch Erwin Karl ist am Mittwoch zur Bauberatung gekommen. Der Architekt im Ruhestand vertritt seinen Sohn, dessen Architekturbüro aus Schönewalde bei Herzberg mit dem vorgelegten Modernisierungskonzept das Rennen gemacht hat. Der Altmeister zieht seinen Hut vor Alf Richter: "Jeder Ort bräuchte so einen Mann wie ihn, der etwas bewegt und nicht nur herummeckert." Ein gewichtigeres Lob kann es nicht geben.

Das Büro Karl kennt sich mit derartigen Umbauten bestens aus. Inhaber Rüdiger Karl ist Sachverständiger für barrierefreies Bauen und Vorsitzender des Ausschusses für barrierefreies Bauen der brandenburgischen Architektenkammer.

Etwa 650 000 Euro investiert der Verein in die Modernisierung, die mit 75 Prozent aus dem EU-Topf für die ländliche Entwicklung gefördert wird. Darüber hinaus stecken Vereinsgeld und - wo es möglich ist - die Muskelkraft der Mitglieder und weiterer Helfer drin.

In den Sanitärräumen sind die Arbeiten fast erledigt. Das Innere der Halle selbst nimmt zügig Formen an. Die rund 40 000 Euro teure Schallschutzdecke ist nur im Mittelsegment mit Holz verkleidet - aus Kostengründen und weil dies schallschutztechnisch ausreichend sei. Ob Lampen oder Deckenheizkörper - alles ist ballwurfsicher. Die Unterkonstruktion der Prallschutzwände steht zur Hälfte. Demnächst wird der Sportfußboden eingebaut.

Die komplett neuen Hallenfenster bieten eine größere Lüftungsfläche als bisher. Geöffnet werden sie von Motoren, die allerdings nicht automatisch auf der Basis der Luftgüte im Raum gesteuert werden, sondern manuell. Vor dem neu verglasten Haupteingang sind die Bauleute dabei, den Einbau von Rampe und großer Treppe vorzubereiten. Um den Zeitplan zu halten, müssen die unterschiedlichsten Gewerke parallel arbeiten.

Alf Richter weist auf eine wesentliche Neuerung für die künftigen nichtschulischen Nutzer hin, also Vereine und private Gruppen: Wer Sport treiben möchte, meldet sich über das Internet an und erhält Hallenzeiten zugeteilt. Kein Schlüssel, sondern ein Transponder, eine Art elektronischer Datenübermittler, öffnet den Eingang und nur jene Räume, die vorher bestellt worden sind. "Damit können wir jederzeit nachvollziehen, wer wann drin war und was er genutzt hat", so der Vereinschef. Auf diese Weise möchte man auch die Verursacher von Schäden besser ausmachen.

Wegen der Fördermittel zahlen die Nutzer keine Hallenmiete, dafür anteilige, bezahlbare Betriebskosten. Alf Richter geht davon aus, dass durch die Modernisierung weniger Wärme, Strom (in Räumen keine Lichtschalter, nur Bewegungsmelder) und Wasser verbraucht werden. Vor dem Kom-plettumbau sei die Halle im Winter nach der Nutzung durch Schule und Hort (bis 16 Uhr) zu 100 Prozent ausgelastet gewesen. Dies soll wieder erreicht werden. Bis 19 Uhr ist Kinder- und Jugendsport und dann offen für die Erwachsenen.

Das Werk geht seiner Vollendung entgegen. "Wir heben das Gebäude, das 1989 errichtet worden ist, in das 21. Jahrhundert", sagt Alf Richter nicht ohne Stolz. Zum Schuljahresbeginn soll zunächst Schulsport möglich sein. Die Einweihung steigt im Oktober.