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| 02:49 Uhr

Gute Agrarholzernte in Wainsdorf

Energieholzernte auf einem Schlag bei Wainsdorf.
Energieholzernte auf einem Schlag bei Wainsdorf. FOTO: R. Kupfer
Wainsdorf. Da reibt sich Nebenerwerbslandwirt Thomas Bliedtner aus Wainsdorf die Hände: Gute Ernte, großes Interesse in der Branche und dazu auch noch eine wissenschaftliche Begleitung, die weitere Erkenntnisse bringen soll. Rudolf Kupfer und Frank Claus / rkp1

Der Anbau von Energieholz beschäftigt Nebenerwerbslandwirt Thomas Bliedtner aus Wainsdorf, der ansonsten als Baumaschinist in einer Riesaer Firma arbeitet, seit Jahren. Er baut seit mehreren Jahren etappenweise auf einer 8,5 Hektar großen landwirtschaftlichen Nutzfläche mit minderen Bodenwertzahlen Pappeln und Robinien als Energieholz an. Im Jahr 2011 hat er mit seiner Familie die ersten Pappelsetzlinge auf zwei Hektarn in den Boden gebracht und da auch noch manchen Zweifel am Erfolg seines Vorhabens gehabt. Ein Jahr später dann der erste Schnitt zur Gewinnung von Setzlingen. Und jetzt die erste große Ernte, die von zahlreichen Experten verfolgt wird. Zwischen 100 und 120 Tonnen hat er von den zwei Hektarn geholt. Innerhalb von drei Jahren haben sich die Pappeln zu einem lückenlosen Bestand mit einer stattlichen Höhe von bis zu acht Metern bei einem Stammdurchmesser von zehn Zentimetern entwickelt.

Bei der Ernte und der Vermarktung der Hackschnitzel haben Susann Skalda, die Chefin, und weitere Mitglieder des Vereins Biomasse Schraden den Landwirt tatkräftig unterstützt.

Das besondere Interesse der Besucher am Schlag aus Wainsdorf und Umgebung gilt der Erntetechnik. Ein am Traktor angebauter Mähhäcksler überzeugt alle. Dieser Prototyp ist im Vergleich zu den bisher eingesetzten, herkömmlichen Feldhäckslern leichter und billiger in der Anschaffung. "Das Gerät ist für den Einsatz auf kleineren Parzellen gut geeignet", so Dr. Ralf Pecenka vom Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim. Er ist vor Ort, um die Ernte des sperrigen Holzes zu verfolgen. Immerhin erfolgen das Mähen durch ein Sägeblatt, das Häckseln und die Übergabe des Häckselgutes auf ein Transportfahrzeug in einem Arbeitsgang. Technologisches Ziel ist eine ständig gesicherte, gleichmäßige Länge des Häcksels, so der Wissenschaftler.

Den Verlusten bei der Lagerung des feuchten Häckselgutes soll zukünftig durch den Einsatz von speziellen Kaltbelüftungsanlagen begegnet werden. Hierzu werden vom Verein am Biomasseheizkraftwerk in Elsterwerda entsprechende Versuche gefahren.

Thomas Bliethner ist heute froh, den Kontakt zum Verein Biomasse Schraden mit Sitz im Schloss Großkmehlen gesucht zu haben. "Dort war ich mit meinen Vorstellungen zur Förderung der regionalen Kreislaufwirtschaft genau richtig", sagt er. Seitdem wird er ständig mit neuesten Erkenntnissen und Erfahrungen vertraut gemacht. Thomas Bliethner will am Energieholzanbau festhalten, auch weil das Holz jetzt ohne größere Eingriffe in den Boden immer wieder nachwächst. Zwei schöne Effekte zählt er noch auf: "Mit meinen Pappel- und Robinienpflanzungen gestalte ich die Kulturlandschaft im Schradenland mit." Und das in Einklang mit der Tierwelt. "Niederwild, insbesondere Hasen und Rehe, nutzen meine Bestände als willkommene Deckung und Ruheraum."