ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:16 Uhr

Sport im Dorf
Großes Interesse für den Scratolauf in Hirschfeld

 Der Startschuss für die große Läuferschar ist gefallen. Beim Scratolauf in Hirschfeld standen mehrere Streckenlängen zur Wahl. 
Der Startschuss für die große Läuferschar ist gefallen. Beim Scratolauf in Hirschfeld standen mehrere Streckenlängen zur Wahl.  FOTO: Mirko Sattler
Hirschfeld. Hinter dem Namen des Laufes in der Schradenlandgemeinde steckt eine uralte Geschichte. Von Mirko Sattler

Zum vierten Mal startete am Sonntagvormittag der Scratolauf in die Grödener Berge. Noch nie in der Geschichte des Laufes interessierten sich dafür im Vorfeld so viele Läufer wie dieses Mal. Und das freut die Veranstalter.

„Das Interesse war diesmal top. Mit 217 Voranmeldungen haben wir den bisher besten Wert in der Geschichte des Laufes erreicht. Aktuell haben wir 291 Läufer und steuern auf einen neuen Teilnehmerrekord zu“, zeigt sich Organisatorsleiter Nico Kaubisch kurz vor dem Start sehr zufrieden.

Auf vier Strecken ging es wieder durch die Grödener Berge. Trotz des teilweisen Nieselregens waren die Teilnehmer voller Elan und wollten viele weitere Punkte für die Lausitz-Laufserie, für die Laufserie der Sparkasse Elbe-Elster und für die Walking-Serie sammeln.

Um sich von anderen Veranstaltungen dieser Art abzuheben, sind die Hirschfelder auf die Idee gekommen, in jedem Jahr ein anderes Motiv für die Medaillen zu wählen. Es erzählt immer etwas über das Schradenland.

Auch der Name des Laufes hat etwas mit der Gegend zu tun. „Namensgeber für unseren Lauf ist die Sage vom Waldteufel Scrato. Er soll früher die Menschen im Schraden verzaubert haben“, verrät Nico Kaubisch.

Der Sage nach lebte in einem Schradendorf eine arme Witwe mit ihren zwei Kindern, einem Jungen und einem Mädchen. Eines Tages, so steht es auf der Internetseite des Sportvereines, sollten sie im Schradenwalde Beeren und Pilze suchen. Das Mädchen sammelte fleißig, aber der Junge sprang lieber den Schmetterlingen und Eichhörnchen nach. Schließlich merkte er, dass er allein war. Der Boden wurde morastig. Der Junge rief, aber er wurde nicht gehört und bekam es mit der Angst zu tun.

Inzwischen hatte das Mädchen tüchtig gesammelt, und als es endlich den Bruder vermisste, rief es nach ihm. Es glaubte, auch eine Antwort zu hören und lief in diese Richtung. Da kam es an einen Graben, und drüben stand ein wunderlicher Mann mit struppigem Haar und langem Bart. Es war der Zauberer Scrato. Dieser wollte das Kind fangen. Das Mädchen fragte nach dem Bruder. Der Mann versprach freundlich, es hinzuführen. Er legte seinen Stock über den Graben und da wurde ein Steg daraus. Das Mädchen folgte dem Mann zu einer Höhle. Dort sagte der Zauberer höhnisch: „Deinen Bruder sieht du nimmer – bei mir bleibt er immer!“

Nun lief das Kind erschrocken davon und als sie an den Graben kam, sah es auf der anderen Seite den Bruder. Aber dem Alten konnte es nicht mehr entgehen. Der verzauberte sie in eine Birke und den Jungen in einen Schmetterling.

Noch heute sind beide nicht erlöst. Man sieht im Sommer den Schmetterling – Trauermantel nennen ihn die Menschen – jene Stellen aufsuchen, wo die weißen Bäume mit den langen, herabhängenden Ruten – die Trauerbirken – stehen, um auf sein verlorenes Schwesterchen zu warten.

Für diese Geschichte hatten die Läufer natürlich keine Zeit.