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Faschingsfinale
Aliwatschi-Orden für die Kostümfrau in Plessa

Manuela Scherer hat die höchste Auszeichnung des PCC verliehen bekommen, den Aliwatschi-Orden. Mit auf dem Foto: Prinz Martin I. und Prinzessin Sandra, links Karnevalspräsident Peter Werner.
Manuela Scherer hat die höchste Auszeichnung des PCC verliehen bekommen, den Aliwatschi-Orden. Mit auf dem Foto: Prinz Martin I. und Prinzessin Sandra, links Karnevalspräsident Peter Werner. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Närrin bekommt beim Großen Rosenmontagsball in Plessa die höchste Auszeichnung des PCC. Von Veit Rösler

Den 58. Aliwatschi-Orden des Plessaer Karnevals hat an einem stimmungsvollen Rosenmontag  Manuela Scherer erhalten.

Woodstock 1969, AC/DC, Wacken, Highfield, Rock am Ring, Blesse 2018 - die Liste der weltweiten Festivals ist lang. Plessa reiht sich nun ein in die Galerie der Festivalgeschichte. Beim großen Rosenmontagsball im Kulturhaus ging es am Montagabend beim Festival der Liebe noch einmal so richtig zur Sache. Mit diesem grandiosen Festival haben sich die Plessaer Narren an diesem Abend von ihren Gästen und von der 63. Saison verabschiedet, mit perfektem Einmarschprogramm, Showtanz und sogar mit mehreren live gesungenen Queen-Titeln. Viele Umzugsteilnehmer waren noch einmal in ihren aufwendigen Kostümen erschienen. Selbst Mitglieder von Karnevalsvereinen aus Folbern, Moritzburg, Groß Düben, Grünewalde, Mückenberg, Arnsdorf und Radeburg hatten den langen Anfahrtsweg nicht gescheut.

Der Aliwatschi-Orden: Für den Betroffenen ist es ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis, denn bei seiner Verleihung stehen den Ausgezeichneten regelmäßig die Tränen in den Augen. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Der Rosenmontag ist der Höhepunkt einer jeden Karnevalssaison und in Plessa ist der Höhepunkt dieses Abends die Vergabe des Aliwatschiordens. „Es begann im 1990er Jahr, als sie ein kleines Mädchen erstmals Kindermusketier beim Einmarsch war“, begann Jürgen Schellschmidt mit poetischer Zunge seine Laudatio zu verlesen. „Das närrische Fieber war nun ausgebrochen. Und wen das einmal so richtig ereilt, der wird ein Leben lang davon nicht mehr geheilt. Einige Zeit später ging es dann richtig voran und eine grandiose Funkenkarriere begann. Erst bei den Kindern, dann bei den Großen. Mit strahlendem Lachen über viele Jahr sie stets ein echter Hingucker war. Die närrische Bühne, das ist ihr Metier. Als Samba Tänzerin, schon vor längerer Zeit, wenn man daran denkt, werden auch heut‘ die Augen noch weit. Bei Victoria Secret die federweißen großen Flügel, im roten Glitzerlook bei Helene Fischer, beim 90’er Jahre Medley ganz okay oder Zuckerpuppe bei Gabalier“, heißt es bei Jürgen Schellschmidt weiter, und viele im Saal ahnten nun schon, in welche Richtung sich der geheime Rat diesmal entschieden hatte. „Zwölf lange Jahre wohnte sie weit weg von unserm schönen Plessa und wurde trotzdem auch in dieser Zeit karnevalistisch immer besser. Nach 400 Kilometern Autobahn von Hannover hierher, dann rauf die Bühne und dann wieder zurück. Das sie sich das oftmals angetan, für unseren Club war‘s ein Glück“, nun war vielen klar wer die höchste Auszeichnung des PCC an diesem Abend erhalten wird und schon rollerten die ersten Tränen.

Manuela Scherer nimmt sich seit zwei Jahren für den Kostümbestand des Clubs sehr viel Zeit. „Kostümministerin ist sie nun und hat daneben auch anderes noch zu tun. Eins was sie für uns schon seit vielen Jahren macht, ist Nudeln kochen in der Rosenmontagsnacht“, lobpreist der Laudator. Auch bei der Organisation der Clubfahrten ist sie zu Gang und verheiratet im närrischen Standesamt die Brautleut‘ sogar mit Gesang. Man sagt, würde man die Absatzlänge mal messen, dann könnt jede Andere ihre Highheels sofort vergessen. Mit diesen glitzernden Schuhen bewegt sie sich elegant und ganz locker, das haut den Betrachter schon echt vom Hocker“, führt Jürgen Schellschmidt seine Laudatio zum Finale. Am Ende fügt er noch hinzu: „Sinn einer Laudatio ist es das Gewesene zu loben, jedoch ein kleiner Wunsch sei mir vergönnt. Wir alle fänden es sicher sehr schön, sie einmal hier als Prinzessin zu sehen.“