(pm/blu) 50 Jahre nach der Schließung der Dorfschule in Oschätzchen haben sich mehr als 50 ehemalige Schüler zu einem Fotoshooting mit ihrer heute 96-jährigen Grundschullehrerin Brunhilde Schiebeling vor ihrer alten Bildungsstätte versammelt. „Von 1949 bis zur Schulschließung 1969 war sie als letzte Pädagogin hier tätig“, weiß Heimatforscher Dr. Dieter Manig zu berichten. „Einige der inzwischen in Ehren ergrauten Schüler hatten sich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Umso größer war die Wiedersehensfreude.“

Entstanden ist das Gruppenfoto für eine demnächst erscheinende Publikation zur 400-jährigen Schulgeschichte in Oschätzchen. Auf 72 Seiten, die mit über 150 historischen Abbildungen illustriert sind, nimmt der Autor Dieter Manig den Leser mit auf eine spannende Geschichtsreise in das Schüler- und Lehrerleben vergangener Zeiten. Seit Ende des 16. Jahrhunderts gingen die Dorfkinder in die Schule, zunächst in Würdenhain, dem Sitz des Kirchspiels (Dienstsitz des Pfarrers), seit etwa 1675 in Oschätzchen, wo sie von einem eigenen „Kinderlehrer“ unterrichtet wurden. 1832 erhielt dieser Lehrer den Amtsstatus eines „confirmierten Schulmeisters und Küsters“.

Überliefert ist die Existenz eines alten Schulhauses aus dem 18. Jahrhundert, das erst 1872 durch ein neues, zeitgemäßes Schulgebäude ersetzt wurde. Bis 1944 unterrichteten in Oschätzchen nur Männer. Erst danach erhielten vier Frauen eine Lehreranstellung in der Gemeinde, in der die heute 96-jährige Brunhilde Schiebeling zwei Jahrzehnte als allseits geschätzte Pädagogin gewirkt hat.

Die Publikation zum Preis von 19,90 Euro kann bestellt werden per Mail an: kreismuseumbadliebenwerda@lkee.de, an DrManig@aol.com oder unter Telefon: 035341 14523.