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| 12:19 Uhr

Bad Liebenwerdaer Unternehmen gewinnt
Reiss Büromöbel zieht Großauftrag an Land

FOTO: Reiss/Monika Buchner / LR
Bad Liebenwerda. Die Reiss Büromöbel GmbH in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) hat einen Großauftrag erhalten, der für zunächst zwei Jahre und optional ein weiteres ein Umsatzplus von sechs Millionen Euro jährlich sichert. Für eine große deutsche Behörde wird das neueste Reiss-Produkt geliefert: elektromotorische Steh-Sitz-Tische der Marke „Avaro“. Von Frank Claus

Von Frank Claus

Das ist ein Start nach Maß: Im vergangenen Jahr aus Anlass „135 Jahre Reiss“ zum ersten Mal vorgestellt und ein Jahr später schon ein wichtiger Umsatzbringer für das Unternehmen: Das neueste Produkt der Bad Liebenwerdaer Büromöbelhersteller hat in der Branche für Aufsehen gesorgt. Der Steh-Sitz-Tisch der Marke „Avaro“ ist, so Geschäftsführer Gerd Widule, „die dynamische Alternative“ zu den vorhandenen Produkten auf dem Markt, besitze ein innovatives Bedienfeld, sei motorisch stufenlos von 650 bis 1250 Millimeter höhenverstellbar und verfüge über ein Programm, das den Nutzer per LED-Anzeige daran erinnert, dass er von der Sitz- wieder einmal in die gesunde Stehposition gehen sollte. Ein umfassendes Zubehörprogramm ermögliche flexible, objektbezogene Verwendungsmöglichkeiten. Dass der „Avaro“ zudem den Leistungsmerkmalen und Förderbedingungen der Versicherungsträger entspricht, dürfte die Absatzchancen positiv beeinflussen.

Doch das waren nicht die alleinigen Pfunde, mit denen die Büromöbelbauer aus Bad Liebenwerda die Nase im Wettbewerb vorn hatten. Neben Preis-Leistungs-Verhältnis, Design und Funktionalität habe vor allem das Nachhaltigkeitskonzept der Firma überzeugt. Im Nachhaltigkeitsbericht der Reiss Büromöbel GmbH ist das allgemein so verankert: „Unser Managementansatz beruht auf der Überzeugung, die Nachhaltigkeit gleichermaßen auf ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Ebene zu steigern und der Verantwortung gerecht zu werden, welche wir gegenüber der Umwelt, den nachfolgenden Generationen sowie allen interessierten Parteien haben.“

Ziel sei eine Produktion, die neben hohen wirtschaftlichen Effekten auch die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter, ihre Aus- und Weiterbildung sowie Qualitätsmanagement, effizienten Material-, Energie- und Wassereinsatz sowie geringe Emissionen und niedrige Abwasser- und Abfallmengen fördern. Zudem sehe sich Reiss als wichtiger Standortfaktor in der Elbe-Elster-Region und wolle diese Verantwortung auch durch vielfältiges Engagement wahrnehmen. Zwei Schulen tragen nicht nur den Namen Robert Reiss, sondern werden kontinuierlich unterstützt.

Der Steh-Sitz-Schreibtisch ist eine Erfindung von Reiss, die bis ins Jahr 1910 zurückreicht. Seit 1990 sind vom Unternehmen mehr als 150 000 dieser höhenverstellbaren Tische ausgeliefert worden. Auch im vergangenen Jahr hat das Unternehmen, in dem aktuell 183 Mitarbeiter beschäftigt sind. erneut das Umsatzvolumen steigern können – von 40 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 47 Millionen im Jahr 2017. Das ist eine Steigerung von 18 Prozent.

Produkte der Marke Reiss seien gefragt - das Unternehmen platzt am jetzigen Standort aus den Nähten. Deshalb wird es im Frühjahr in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz im Gewerbegebiet Lausitz einen neuen Firmenkomplex bauen. Reiss investiert 30 Millionen Euro in den Bau einer neuen Produktionshalle. Das brandenburgische Wirtschaftsministerium unterstützt die Erweiterung der Betriebsstätte des Büromöbelherstellers mit mehr als 7,4 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Darin soll eine neue teilautomatisierte, Losgröße 1 Anlage als Fertigungslinie von der Spanplatte bis zum fertigen Möbelstück aufgebaut werden. Zusätzlich sollen die Holzvorfertigung, die Korpus- und Tischmontage sowie der Wareneingang und die Logistik aus den bestehenden Hallen in die neue Halle verlagert werden. Bestandteil dieser Investition wird ein vollautomatisiertes Flächenlager sein, in dem die Bestände transparent verwaltet und damit die Bearbeitungsmaschinen bestmöglich ausgelastet werden. Dadurch sollen Verkehrswege optimiert sowie Material und Zeit gespart werden.

Mit-Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt: „Dazu brauchen wir bis zu 15 neue Mitarbeiter. Die Stellenbeschreibungen sind auf unserer Internetseite nachzulesen.“ Die Erweiterung ins Gewerbegebiet Lausitz sei auch ein Schritt zur Digitalisierung im Rahmen von Industrie 4.0 in der Produktion. Deshalb wolle die Firma jetzt einen Verantwortlichen für Schulungen benennen.