ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:59 Uhr

Mittsommer-Fest an diesem Samstag
Mit Schirm, Charme und Bedacht

 Der Bürgermeister von Gröditz, Jochen Reinicke (parteilos), im Dreiseithof. Die Schirme und Blumenkübel sind neu – und sollen das Hofensemble abrunden.
Der Bürgermeister von Gröditz, Jochen Reinicke (parteilos), im Dreiseithof. Die Schirme und Blumenkübel sind neu – und sollen das Hofensemble abrunden. FOTO: Eric Weser
Gröditz. Gröditz organisiert im Dreiseithof immer mehr Konzerte, Kino- und bald auch Kunsttage. Von Eric Weser

Die großen Schirme und die Blumenkübel aus Cortenstahl, sie gehören zu den jüngsten Anschaffungen im Gröditzer Dreiseithof. Das Schirmsextett, das auf neun feste Ständer um Hofpflaster verteilt werden kann, soll bei sonniger Hitze Schatten spenden. Bei Regen oder sogar Schnee soll es ein trockener Unterstand sein, wie beim Weihnachtsmarkt.

Doch es tut sich nicht nur äußer­lich etwas im 2018 in Gänze eröffneten Dreiseithof. Es gibt auch immer mehr Veranstaltungen im Kultur- und Vereinszentrum. Weit weg müssen Gröditzer also nicht mehr unbedingt fahren, um Kulturangebote zu finden. Kürzlich fand das Lesecafé – die monatliche Veranstaltung der Bibliothek – erstmals draußen unter den neuen Schirmen statt. Zudem sind erste Volkshochschulkurse angelaufen. Vor allem die Englisch-Lehrgänge und die Einführungen zur Smartphone-Nutzung laufen laut Stadt-Kulturmanagerin Katrin Müller sehr gut.

Am 11. Mai hatte die Band Karussell ein ausverkauftes Konzert vor 200 Gästen in der Dreiseithof-Scheune gegeben. Weil es Anfang des Wonnemonats noch relativ frisch war, hatte ein Dieselaggregat in der sonst unbeheizten Scheune für Wärme gesorgt. Am deutlich milderen Wahlsonntag kam man beim Frühlingssingen ohne Heizung aus. So soll es auch beim keltisch angehauchten Mittsommer-Fest an diesem Samstag, 22. Juni, sein. Dann wird es bei freiem Eintritt unter anderem eine Irish-Folk-Band und eine Feuershow geben. Ganz andere Klänge sind für September geplant, so Katrin Müller. Dann wird die Modern Groove Band der Elbland Philharmonie unter dem Motto „Klassik im Hof“aufspielen.

Ein Budget von 20 000 Euro hat die Kulturverantwortliche der Stadt derzeit jährlich, um im Dreiseithof Veranstaltungen zu machen. Zu den begrenzten Mitteln kommt hinzu, dass nur 200 Menschen in die Scheune passen. Auch darf es nur vier laute Veranstaltungen pro Jahr geben. Limitierungen, die die Stadt-Verantwortlichen nicht stören, im Gegenteil. „Klein, aber fein“ sei das Credo der städtisch organisierten Kultur – egal ob Konzert, Filmschau oder Ausstellung. Anderen Gröditzer Veranstaltungsorten wie der Kulturstätte oder dem Castello wolle man keine Konkurrenz machen. Eher deren Angebot ergänzen, so Katrin Müller.

Eine Kunstausstellung soll es Ende September geben. Dann wäre der 2014 gestorbene frühere Gröditzer Stahlwerks-Maler Heinz-Detlef Moosdorf 80 geworden. Zu dem Anlass wird die Stadt die ersten Gröditzer Kunst- und Kulturtage organisieren, bei denen unter anderem der gebürtige Gröditzer und Musiker Lutz Heinrich auftreten wird. Außerdem sollen erstmals in den Wendejahren geschaffene und kürzlich entdeckte Karikaturen Moosdorfs gezeigt sowie Gedichte aus seiner Feder rezitiert werden, so Katrin Müller. Die Kulturverantwortliche der Stadt ist derweil weiter unterwegs, um Veranstaltungen zu organisieren. Nach dem Karussell-Konzert hätten sich Kontakte zu anderen Bands wie der Stern Combo Meißen ergeben. Auch mit City sei man in Gesprächen über einen Unplugged-Auftritt. Der könnte im Winter stattfinden. Über die Termine informiert die Stadt unter anderem mit Aufstellern in Gröditz – und auf einer neuen Webseite.

www.dreiseithof-groeditz.de

 Der Bürgermeister von Gröditz, Jochen Reinicke (parteilos), im Dreiseithof. Die Schirme und Blumenkübel sind neu und sollen das Hofensemble abrunden.
Der Bürgermeister von Gröditz, Jochen Reinicke (parteilos), im Dreiseithof. Die Schirme und Blumenkübel sind neu und sollen das Hofensemble abrunden. FOTO: Eric Weser