| 02:41 Uhr

Greifen Myxomatose und Chinaseuche wieder verstärkt Kaninchen an?

Mühlberg. Bernd Ratayczak, der in Brottewitz Kaninchen hält, ist beunruhigt: "Im Dorf erzählt man sich, dass bei uns wieder viele Kaninchen sterben. Ein Halter soll binnen kurzer Zeit 100 Tiere verloren haben. Frank Claus

" Die RUNDSCHAU hat sich mit dieser Anfrage an das Veterinäramt des Landkreises gewandt - und war danach genauso schlau wie vorher.

Kaninchenkrankheiten wie Myxomatose und die Chinaseuche RHD seien nicht meldepflichtig. Deshalb könne man dazu auch keine Aussage treffen. Im Landkreis werde nicht einmal statistisch erfasst, wie viele Kaninchen im Landkreis überhaupt gehalten werden. Der Tipp aus dem Amt: Fragen Sie einen Tierarzt in der Region.

Dipl.-Med. vet. Bernd Krengel aus Neuburxdorf kann die Aussagen des Kreisamtes nur bestätigen. "Einen Überblick habe auch ich nicht." Dabei stimme es aber, dass der Ausbruch von Myxomatose und der RHD-Seuche zumeist sehr schnell zu großen Verlusten führen würde. Für ihn ist das Problem teilweise hausgemacht. Die Krankheiten seien hinlänglich bekannt. Während in Vereinen organisierte Züchter ihre Bestände überwiegend impfen lassen würden, würden Privathalter, die Kaninchen nur wegen des leckeren Bratens züchten, darauf zumeist verzichten. Weil es zu teuer ist? Tierarzt Krengel zufolge würden die meisten Veterinäre pro Impfung zwischen zwei und 2,50 Euro - manchmal müsse der Anfahrtweg mit kalkuliert werden - berechnen.

Bernd Dörschel, Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins "Elsterperle" Elsterwerda, kennt die immer wieder kehrenden Debatten. "Von einer großen Welle ist mir nichts bekannt. Wir Züchter lassen unsere Tiere impfen, die Halter oft nicht. Das bleibt damit ihr Risiko." Aber selbst geimpfte Tiere könnten betroffen sein: "Wir hatten mal einen Fall, da waren auf einer Straßenseite alle Tiere tot, auf der anderen nicht. Obwohl alle geimpft waren."