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Verkehrsbeeinträchtigung
Gordener Brücke wird gesperrt

Wenn die Kraftfahrer wüssten, über was für eine marode Brücke sie zwischen Gorden und Oppelhain fahren. Der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey (l.), hier mit dem Bürgermeister von Hohenleipisch, Lutz Schumann, sieht keine andere Wahl, als das Bauwerk bis zum Jahresende zu sperren.
Wenn die Kraftfahrer wüssten, über was für eine marode Brücke sie zwischen Gorden und Oppelhain fahren. Der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey (l.), hier mit dem Bürgermeister von Hohenleipisch, Lutz Schumann, sieht keine andere Wahl, als das Bauwerk bis zum Jahresende zu sperren. FOTO: Feller
Gorden. Die Hammergrabenbrücke auf der nicht nur lokal, sondern regional genutzten Abkürzungsstrecke zwischen Gorden und Oppelhain ist nicht mehr zu retten. "Zwei Gutachter haben uns gesagt, dass sie baufällig ist", stellt der Bürgermeister der Gemeinde Gorden-Staupitz, Fred Wickfeld, fest. Manfred Feller

Daraufhin sieht sich der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey gezwungen, das Bauwerk bis zum Jahresende zu sperren. Dies hat er in einem Schreiben dem Landkreis mitgeteilt. Die kommunale Straße, die sich Gorden und Oppelhain teilen, würde dann von beiden Seiten zur Sackgasse werden.

Das hat Folgen für die Nutzer. Statt rund zwei bis drei Kilometer durch den Wald drehen sie eine große Runde über Staupitz und Sorno von vielleicht 15 oder mehr Kilometern. Bei Pendlern kommen im Jahr gleich mehrere Tausend Zusatzkilometer zusammen. "So viel zum Thema Umwelt", sagt der Hohenleipischer Bürgermeister Lutz Schumann.

Die Strecke werde aber auch von Bussen und kleinen Lastwagen genutzt. "Ein großes Problem bekommt die Landwirtschaft", sieht Fred Wickfeld die Landmaschinen durch die bisher umfahrenen Dörfer rollen.

Der Zustand der Brücke, die sich etwa auf halber Strecke befindet, ist erbärmlich. Das sieht auch ein Laie ohne Bau- und Statikkenntnisse. Die Leitplanken sind beschädigt und schließen im Lot nicht mit der Fahrbahn ab, der Beton bröckelt und überall gibt es Setzungsrisse.

"Ein Neubau würde 120 000 Euro kosten", hat Amtsdirektor Göran Schrey ausrechnen lassen. "Dieses Geld hat die Gemeinde nicht. Aber alle umliegenden Kommunen haben ein Interesse an dem Erhalt."

Ein Blick auf die Autokennzeichen und die Firmenaufschriften auf den Transportern verrät, dass die Nutzer aus vielen Teilen des Landkreises und sogar aus Sachsen kommen. Dies ist kein Schleichweg mehr, auch wenn die Straße nur einspurig gut befahrbar ist.

Bei Gegenverkehr muss auf die teils sehr desolaten Bankette ausgewichen werden. "Für deren Reparatur geben wir jährlich etwa 20 000 Euro aus. Außer in diesem Jahr. Das wäre wegen der gestiegenen Verkehrsbelastung rausgeworfenes Geld", so Bürgermeister Fred Wickfeld. Er wisse aus eigener Inaugenscheinnahme, dass die Mehrheit der Straßennutzer nicht aus Gorden oder Staupitz komme. Der Amtsdirektor bestätigt dies.

Eben weil diese Ortsverbindung zwischen den Wirtschaftsräumen Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain mehr als lokal bedeutend sei, müsse deren Status neu bewertet werden. "Kreisstraße wäre gerechtfertigt", so Göran Schrey. Dann müsste der Kreis die zu schmale Piste aber grundhaft anfassen.

Aus Sicht der Kommunalpolitiker ist Eile geboten. Wenn die Brücke über die Bahnlinie bei Hohenleipisch freigegeben wird, werde der Verkehr noch einmal zunehmen und würde - von den schweren Lastwagen abgesehen - die Abkürzung noch stärker nutzen. Erst recht mit Blick auf den Landesstraßenbau ab 2018 in Staupitz. Davon sind alle im Umfeld überzeugt.

Die Kreisverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass der Sachverhalt derzeit im Hause geprüft wird. Dies schließe auch das Anliegen des Amtes Plessa ein, die Gemeindestraße eventuell zu einer Kreisstraße hochzustufen. Die Zeit drängt.