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Kirche bietet freien Internetzugang
Godspot – auch Bad Liebenwerda hat nun den freien „Draht“

Bad Liebenwerdas Kirche bietet mit Godspot nun freies Surfen über einen Hotspot aus dem Gemeindeamt gegenüber der Kirche – Dr. Michael Kreher vom Gemeindekirchenrat hat das initiiert.
Bad Liebenwerdas Kirche bietet mit Godspot nun freies Surfen über einen Hotspot aus dem Gemeindeamt gegenüber der Kirche – Dr. Michael Kreher vom Gemeindekirchenrat hat das initiiert. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Evangelische Kirche bietet kostenlosen WLAN-Zugang im Zentrum der Stadt. Von Frank Claus

Die Evangelische Kirche der Kurstadt ist die erste in der Region, die einen freien WLAN-Zugang anbietet. In ordentlicher Qualität abgedeckt werden kann der Bereich zwischen Superintendentur inklusive Weltladen und Kirche. Dr. Michael Kreher, Mitglied des Gemeindekirchenrates, ist auf das Angebot namens „Godspot“ beim Kirchentag im vergangenen Jahr in Berlin aufmerksam geworden. Dort ist es von der Nachbar-Landeskirche, nämlich der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg – schlesische Oberlausitz (EKBO), vorgestellt und beworben worden.  „Auch wir müssen mit der Zeit gehen“, dachte sich Michael Kreher, hat sich die Dokumente mitgenommen und, wieder zu Hause angekommen, den Kontakt gesucht. Und das, obwohl Bad Liebenwerdas Kirche zur Mitteldeutschen Landeskirche gehört. Er hatte Glück – die Kurstadt-Gemeinde wurde in das Förderprogramm aufgenommen

Die EKBO hatte im Mai 2016 beschlossen, Kirchen mit kostenlosen WLAN-Hotspots auszustatten. Geplant war, zunächst in rund 220  Kirchen in Berlin und Brandenburg Godspot zu installieren. Über zwei Jahre stellt die Kirche 100 000 Euro zur Verfügung. Zu den ersten Kirchen mit großen Reichweitenlösungen gehörten die Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin-Charlottenburg sowie in Brandenburg die Evangelische Kirche Meyenburg. Bad Liebenwerda hat die kleine Lösung gefördert bekommen, musste für die Bereitstellung der Hardware und die Installation nichts zahlen. Seit Jahresbeginn fallen neun Euro monatlich plus Bereitstellungsgebühren an. Inzwischen bieten nach Aussage der EKBO 30 Kirchen in Brandenburg und 40 in Berlin einen freien WLAN-Zugang an.

Das WLAN könne innerhalb und außerhalb der Kirchengebäude von Besuchern und Passanten kostenlos genutzt werden – eine Registrierung oder Anmeldung sei nicht notwendig. Für die nötige Sicherheit sorge ein Vertrag mit einem separaten Dienstleister, der eine eindeutige Regelung der Störerhaftung garantiere. Den Standort hätte die Kirchengemeinde bewusst gewählt: „Wir würden es schön finden, wenn sich Nutzer auf die Rundbank setzen und von dort aus surfen“, sagt Michael Kreher.

Fabian Kraetschmer, IT-Leiter im Konsistorium der EKBO, erklärt auf der Godspot-Internetseite zum Anliegen: „Menschen sind nicht weniger spirituell als früher. Aber die Orte der Kommunikation haben sich verschoben, vieles findet in digitalen sozialen Netzwerken und Communities statt. Mit Godspot wollen wir als Evangelische Kirche eine sichere und vertraute Heimstatt in der digitalen Welt bauen.“

Michael Kreher findet das Konzept klasse: „Nutzer des freien WLAN werden zuerst auf eine Landing-Page geleitet. Dort wollen wir in kurzer Form Informationen zu unserer Kirche, zur Kirchengemeinde und Veranstaltungen geben.“  Diese Seite können Nutzer entweder lesen oder schnell „weiterspringen“, um sich dann frei weiter im Internet zu bewegen. Das Angebot, so die Godspot-Betreiber, ist für Nutzer kostenfrei; sei nicht mit kommerzieller Werbung oder der Preisgabe von privaten Daten verbunden.