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| 14:37 Uhr

Die Zukunft zieht ein
Staupitzer bewegen sich bald im Großstadttempo durch das Datennetz

Bald Metropolenniveau: Parallel zum Landesstraßenausbau in der Grünewalder Straße in Staupitz verlegt die Firma LKG aus Lauchhammer derzeit Leerrohre für die Breitbandversorgung. Damit beschäftigt sind hier die beiden Tiefbauer Ronny Schönbild und  Dieter Casper (im Bagger).
Bald Metropolenniveau: Parallel zum Landesstraßenausbau in der Grünewalder Straße in Staupitz verlegt die Firma LKG aus Lauchhammer derzeit Leerrohre für die Breitbandversorgung. Damit beschäftigt sind hier die beiden Tiefbauer Ronny Schönbild und  Dieter Casper (im Bagger). FOTO: LR / Manfred Feller
Staupitz. Staupitz im Amt Plessa gehört bald zu den schnellsten Internetdörfern in Deutschland. Dann ist dort unter anderem auch Telemedizin möglich. Von Manfred Feller

Ohne zu übertreiben wird Staupitz im Amt Plessa zu einem der modernsten Internetdörfer im Landkreis Elbe-Elster, in Brandenburg und sogar ganz Deutschland werden. Was und wie viel auch immer in Zukunft durch die superschnellen Glasfaser-Datenleitungen gesandt oder empfangen werden kann – alle Haushalte, Gewerbetreibende und Firmen sind dabei, wenn sie den Anschluss in ihrem Haus wünschen und bezahlen.

Dann scheint nichts mehr im Wege zu stehen, um in der Datenwelt sehr flott mitmischen und alle denkbaren Dienstleistungen nutzen zu können. „Wir bieten riesige Reserven für den wachsenden Bedarf“, verspricht Andreas Paul, Leiter Marketing und Vertrieb bei der Firma LKG Lausitzer Kabelbetriebsgesellschaft mbH aus Lauchhammer. Im Zuge des derzeitigen Ausbaus der ersten Landesstraße in Staupitz, es ist die Grünewalder Straße, werden das Hauptleerrohr neben der Fahrbahn und die Lehrrohre mit Zustimmung der Eigentümer bis in jedes Haus verlegt, ohne dass den potenziell künftigen Nutzern jetzt schon Kosten entstehen.

Reserven heißt, dass jedes Haus mindestens vier Glasfasern erhält. „Dabei reicht schon eine Faser, um ein Mehrfamilienhaus oder ein ganzes Dorf mit allen Dienstleistungen zu versorgen“, versichert Andreas Paul. Doch die Lauchhammeraner denken voraus, weil niemand ahnen könne, was die Datenwelt noch bieten wird.

Über eine oder zwei der vier Glasfasern werden das Fernsehen, die Telefonie und das Internet „laufen“. Zwei Fasern bleiben in Reserve, zum Beispiel um dafür den separaten Dienst der Telemedizin in bester Qualität ins Haus holen zu können. Eine weitere Faser könne bei Bedarf an andere Dienstleister vermietet werden. Denkbar wären eine Messstellenüberwachung, die Kontrolle der Gebäudesicherheit oder die Bedienung aller regelbaren Dinge in einem Haus drinnen und aus der Ferne - von der Waschmaschine über die Jalousien bis hin zu Heizung, Lüftung und Überwachungsanlagen. Vieles ist  heute mit halbwegs schnellen Leitungen bereits möglich, aber nicht mit einem langsamen Internet vor allem in den ländlichen Regionen.

Zur Breitbanderschließung in Staupitz wird auch eine Verteilerstation gehören. Diese wird, so Andreas Paul, Anfang 2019 auf einem kommunalen Grundstücke unweit des Feuerlöschteiches errichtet. Dann können die Glasfasern mittels Luftdruck in die Leerrohre „gepustet“ werden. Der Marketingleiter der Lauchhammeraner Firma geht davon aus, dass das superschnelle Internet im Frühjahr/Sommer in der Grünewalder und deren Nebenstraßen genutzt werden kann. Der eigentliche Anschluss im Haus wird auf Wunsch eingerichtet und soll weniger als 100 Euro kosten. Hinzu kommen dann die monatlichen Vertragskosten. Die LKG tritt damit in den Wettbewerb mit der Telekom, die oft noch weiterhin an Kupferleitungen mit Leistungssteigerung durch Vectoring setzt.

Das Staupitzer Beispiel hat sich herumgesprochen. Es gebe weitere Anfragen, sagt Andreas Paul. Allerdings sei eine separate Breitbanderschließung mit Tiefbau abseits von Straßen- und Wegebau nicht wirtschaftlich. LKG sei darauf angewiesen, dass in einem Ort gebaut wird, um sich einklinken zu können. So wie jüngst geschehen in Frauendorf (Amt Ortrand) im Zuge des Gehwegbaus. Grünewalde und Kostebrau seien bereits komplett erschlossen, Kleinleipisch zu etwa 80 Prozent und Lauchhammer in Teilen. Staupitz ist für die LKG in Elbe-Elster eine Premiere.

Die Firma aus dem Nachbarlandkreis ist in diesem Jahr erneut für den Europäischen Breitband-Award nominiert. Und zwar in der Kategorie „Kostenreduktion und zukunftsweisende Technologie“.