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| 10:46 Uhr

Für die päpstliche Garde:
Gizeh Elsterwerda liefert an den Vatikan

Gizeh-Geschäftsführer Ralf Jung übergibt am Rande der Vereidigung im Vatikan einen Becher an den Oberst der Schweizergarde, Christoph Graf.
Gizeh-Geschäftsführer Ralf Jung übergibt am Rande der Vereidigung im Vatikan einen Becher an den Oberst der Schweizergarde, Christoph Graf. FOTO: Gizeh Verpackungen GmbH
Elsterwerda. Der Verpackungsspezialist liefert an die Schweizergarde Spezial-Trinkbecher für Empfänge. Auch sonst ist das Unternehmen gut im Geschäft – fertigt jährlich etwa 3,7 Milliarden Kunststoffbehälter – meist für Süßes und Herzhaftes. Von Frank Claus

Es ist in jedem Jahr der gleiche Tag. Am 6. Mai werden im Damasushof, genau unter den Fenstern der Papst-Gemächer im Vatikan in Rom, die neuen Rekruten der Schweizergarde vereidigt. Das erfolgt jährlich unter den Augen von vielen Hundert Angehörigen und Gästen aus aller Welt. Der Tag erinnert an die Plünderung Roms im Jahr 1527. Nachdem die Rekruten, die zwischen 19 und 30 Jahre alt, mindestens 1,74 Meter groß und sportlich sein müssen, alle einzeln mit erhobener rechter Hand vor der Gardefahne ihren Eid geschworen haben, beginnt der gemütliche Teil. Fortan ist da immer ein „Stück Elsterwerda“ dabei.

Der Verpackungsspezialist, die Gizeh Verpackungen GmbH & Co.KG, hat den Auftrag zur Lieferung von Spezial-Trinkbechern erhalten. Verziert sind die Becher mit Teilen eines Gemäldes, das in den vatikanischen Museen bewundert werden kann. Gizeh-Geschäftsführer Ralf Jung freut sich über den Auftrag, der mengenmäßig zwar eher klein ist, aber marketingtechnisch sehr wohl schon für Aha-Effekte gesorgt habe. Dabei hat Gizeh schon für eine ganze Reihe weiterer Megaevents die dem Anlass entsprechend gestalteten, wiederverwendbaren Becher geliefert. „Zuletzt war da das diesjährige Fußball-Pokalfinale“, sagt Ralf Jung. Beliefert würden Bundesliga-Vereine, Rock im Park und Rock am Ring in Nürnberg, große Konzerte sowie das Hurricane-Festival zwischen Bremen und Hamburg. Im Unternehmenskonzept ist das jedoch immer noch eher eine Nische.

Denn der Verpackungsspezialist stellt jährlich etwa 3,7 Milliarden Verpackungen her und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 120 Millionen Euro. Gizeh ist Europas größte in Privatbesitz befindliche Unternehmensgruppe im Segment steife Verpackungen – ein Spezialist für Kunststoffbehälter. Abgefüllt wird darin zumeist Süßes und Herzhaftes – so für die Milchwirtschaft, die Süßwarenindustrie sowie die Feinkost- und Fleischwarenbranche. Das Auge isst mit – Verpackungen kommt dabei eine explizite Bedeutung zu. Vor allem im Handel sind die Ansprüche hoch. „Dabei“, so Geschäftsführer Ralf Jung, „gewinnt der Umweltgedanke immer mehr an Bedeutung.“ Geringerer Ressourcenverbrauch bei trotzdem hoher Wirkung sei das Ziel. Bei Gizeh haben Umweltschutz und nachhaltige Energiepolitik einen hohen Stellenwert. Das Unternehmen habe ein europaweit gültiges Energiemanagement-System eingeführt und sichere so eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz und die systematische Verbesserung der Energieflüsse. Der Optimierung der energetischen Leistungen (Energierückgewinnung,  Energieeinsparung, Umlaufverpackungen, Gewichtsoptimierung, Einmahlen und Verwertung von Kunststoffresten usw.) werde eine zentrale Bedeutung beigemessen.

Modernste Technik – jährlich werden nach Firmenangaben etwa zehn Millionen Euro investiert  – sichere nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern die Effizienz aller betriebliche Abläufe. Heute gehört Gizeh europa- und weltweit zu den Top-Unternehmen der Branche. An den Firmenstandorten in Deutschland, Polen, Frankreich und in Kanada arbeiten insgesamt 750 Beschäftigte.  In Elsterwerda sind es 130.

Einen ihrer ersten Firmenbesuche nach ihrer Wahl hat Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) zum Verpackungsspezialisten geführt. „Dass von Elsterwerda aus auch der Vatikan beliefert wird, ist doch etwas ganz Besonderes“, sagt sie. Auf der Internetseite der Stadt solle die Leistungsfähigkeit einheimischer Unternehmen künftig noch stärker eine Rolle spielen.

Eins treibt Ralf Jung gegenwärtig besonders stark um: „Uns fehlt qualifiziertes Personal. Wir suchen Leute mit technischem Verständnis, geben Werksstudenten eine Chance, bilden aus und bieten auch Praktika an. Ich weiß, dass wir da in der Vergangenheit nicht genug auf uns aufmerksam gemacht haben. Das werden wir ändern.“ Informationen zu Einstiegschancen gibt es auf der Internetseite www.gizeh.de.

In der Elsterwerdaer Gizeh-Werkhalle herrschen hohe Hygienestandards, hier in der Spritzgussautomatenstrecke. Auf dem Foto: Jacqueline Jung (Personal/Marketing), Andrea Schieritz an der Spritzgusslinie, Bürgermeisterin Anja Heinrich, Geschäftsführer Ralf Jung und Tochter Chantal Jung, Assistentin der Geschäftsführung (v.l.).
In der Elsterwerdaer Gizeh-Werkhalle herrschen hohe Hygienestandards, hier in der Spritzgussautomatenstrecke. Auf dem Foto: Jacqueline Jung (Personal/Marketing), Andrea Schieritz an der Spritzgusslinie, Bürgermeisterin Anja Heinrich, Geschäftsführer Ralf Jung und Tochter Chantal Jung, Assistentin der Geschäftsführung (v.l.). FOTO: LR / Frank Claus