Mühlberg, im Jahr 1230 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt, kann mit Fug und Recht behaupten, eine der geschichtsträchtigsten Städte in Elbe-Elster zu sein. Slawische Siedlungen existierten an diesem Standort schon seit etwa 600 nach Christus. Auf das Jahr 1228 ist die Gründung des Klosters Marienstern datiert. Und dann ist da der erste Glaubenskrieg auf deutschem Boden, die Schlacht bei Mühlberg im Jahr 1547.

Hat die Begradigung geschadet?

Und trotzdem ist die Stadt (noch) nicht zur Perle geworden, die Touristen magisch anzieht. Ob es daran liegt, dass die Elbestadt nicht mehr direkt an der Elbe liegt? Im Jahr 1853 wurde die Elbe begradigt. Mühlberg lag fortan auf dem Trockenen, die Konturen der alten Elbe sind in der Stadt noch erkennbar. Mühlberg war kein Umschlagplatz mehr. Die Elbe erwies sich fortan oft als Hindernis, war bis Dezember 2008 nur mit einer Gierseilfähre zu überqueren. Erst die Übergabe der neuen Elbebrücke im gleichen Jahr sorgte wieder für mehr Austausch zwischen Brandenburg und Sachsen.
Inzwischen unternimmt Mühlberg viel, um Touristen in die Stadt zu locken. Museum und Kloster sind Anker, in der Innenstadt – Mühlberg ist Mitglied der Städte mit historischen Stadtkernen – soll Schritt für Schritt die erhaltenswerte alte Bausubstanz saniert werden. Mit Sicherheit noch ein langer Weg. In der neuen Verbandsgemeinde Liebenwerda, zu der Mühlberg gehört, hat man das Potenzial erkannt. In der Stadt selbst bleibt der Weg der kleinen Schritte. Ein beschauliches Plätzchen ist nun komplett. An Gudruns Imbiss am Rathaus, wo einst ein altes Haus stand, ist ein Verweil- und Informationspunkt entstanden. Nun hat auch die Litfaßsäule ein attraktives Kleid bekommen und zeigt einen großen Lageplan der Stadt und historisch besonders wertvolle Gebäude.