| 16:45 Uhr

Raser, Lärm, Abgase und gefährliche Verkehrssituationen
Im Schneckentempo durch Plessa

Der Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke zeigt einen Kartenausschnitt mit allen Straßen, in denen Tempo 30 infrage kommen könnte.
Der Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke zeigt einen Kartenausschnitt mit allen Straßen, in denen Tempo 30 infrage kommen könnte. FOTO: Manfred Feller / LR
Plessa. Gemeindevertreter diskutieren Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde für viele Straßen im Ort.

Raser, Lärm, Abgase und gefährliche Verkehrssituationen in den teils schmalen Straßen. In Plessa soll deshalb die Notbremse gezogen werden  wenn die Einwohner es so wollen und die Gemeindevertreter dies nach ausführlichen Diskussionen mehrheitlich beschließen. „Tempo 30 kreuz und quer durch alle Wohngebiete“ lautet das streitwürdige Thema. Bürgermeister Gottfried Heinicke zeigt einen Teil des Lageplanes von Plessa nördlich der Bundesstraße 169. Überall rote Linien.

Noch steht gar nichts fest. „Die Gemeindevertreter haben das zunächst andiskutiert“, beruhigt das ehrenamtliche Gemeindeoberhaupt. Gottfried Heinicke rechnet mit einigem Für und Wider auch unter den rund 2000 Einwohnern.

Den Anstoß zu dieser Überlegung hätten andauernde Beschwerden gegeben. Wer sein Grundstück verlassen will, der muss mitunter höllisch aufpassen.

Von der Bundesstraße abgesehen, ist Plessa ansonsten von städtischen Verkehrsverhältnissen weit entfernt. Doch während bestimmter Zeiten wird es hier und da eng. „Schule, Kindergarten und Pflegeheim produzieren Verkehr“, weiß der Bürgermeister.

Bevor die Abgeordneten entscheiden, in welchen Straßen Tempo 30 gelten soll, werden auf jeden Fall die Einwohner gehört, verspricht der Bürgermeister. „Ich lade jeden zum Mitdiskutieren ein“, sagt er und ist sich bewusst, ein heißes Eisen anzufassen: „Es gibt Befürworter und Gegner.“

Mit Tempo-30-Gebieten würde man ein weiteres Problem lösen –  das des teuren Schilderwaldes. So manch ein Verkehrszeichen könnte entfernt werden. In Elsterwerda und anderswo funktioniere dies.

Nicht sicher ist sich Gottfried Heinicke, ob auch auf der kilometerlangen B 169-Ortsdurchfahrt in Plessa mit Tausenden Fahrzeugen am Tag und in der Nacht die Höchstgeschwindigkeit gedrosselt werden sollte. Zusätzliche Abgase und Lärm durch das Bremsen und Beschleunigen der Fahrzeuge könnten den erhofften Effekt zunichte machen. Der Bürgermeister will sich deswegen zunächst in anderen Orten informieren. Die Stadt Schwarzheide und Allmosen bei Großräschen (OSL) haben damit bereits Erfahrungen gesammelt.