„Das wird eine schöne Ecke“, schwärmt der Hohenleipischer Bürgermeister Lutz Schumann vom künftigen Gemeindezentrum samt Umfeld. Bis dahin ist es allerdings noch ein Stück des Weges. Die alte Schule ist derzeit eine große Baustelle, auf der verschiedene Gewerke nebeneinander arbeiten. Auch das Gelände drumherum lädt als Abstellplatz derzeit überhaupt nicht zum Verweilen ein. Nach Jahren des Anlaufs und der Zwangspausen herrscht so richtig Betrieb
Das fordert auch den ehrenamtlichen Bürgermeister, die Gemeindevertreter und das Bauamt in Plessa in ungewohnter Weise. Täglich sind Entscheidungen zu fällen. So steht Lutz Schumann nicht nur mit Akten unterm Arm auf der Baustelle, sondern auch mit Fliesen. Welche passen am besten? „Das ist nicht einfach. Im eigenen Haus bestimmt man selbst. Hier muss es allen gefallen“, hofft er, mit dem Rat anderer richtig ausgewählt zu haben.

Putzarbeiten in Hohenleipisch sind aufwendig

Auf dem umlaufenden Gerüst sind Mitarbeiter der Firma DDK Fassaden GmbH aus Haida zugange. Der alte, zum Teil 80 Jahre alte Putz ist abgeschlagen und der neue Grundputz drauf. Wegen der Rissgefahr wird ringsherum eine Gewebeschicht draufgespachtelt. Abschließend erhält die Fassade einen mineralischen Strukturputz und einen Anstrich in ähnlichem Gelbton wie der Hortanbau. Dieter Häßlich, Produktionsleiter bei der DDK Fassaden GmbH mit 18 Mitarbeitern meint, dass die Fassadenarbeiten etwa Ende Juni abgeschlossen sein werden.
Die alte Schule in Hohenleipisch wird ein Gemeindezentrum und ist derzeit eine große Baustelle.
Die alte Schule in Hohenleipisch wird ein Gemeindezentrum und ist derzeit eine große Baustelle.
© Foto: Manfred Feller
Dann ist die Gebäudehülle im Prinzip fertig. Denn das Dach war nach der Wende erneuert worden. Die Kunststofffenster bleiben drin. Der Schacht für den Fahrstuhl steht zum Teil. Darüber sind dann die Bibliothek im Erdgeschoss und die oberen Räume barrierefrei erreichbar. „Der Fahrstuhl ist vorgeschrieben. Ansonsten hätte es keine Fördermittel gegeben“, so Bürgermeister Lutz Schumann. Allein diese Investition koste rund 100 000 Euro. Ein Vielfaches teurer ist die gesamte Baumaßnahme am Haus.
Im umgebauten Obergeschoss, wo sich einst zwei Wohnungen befanden, werden sich unter anderem Bürgermeisterzimmer und ein größerer Raum für Sitzungen und Vereine befinden, unten wie gehabt die derzeit geschlossene Bibliothek und ein Gemeinderaum der Kirche.

Vielfältige Nutzung in Hohenleipisch möglich

Lutz Schumann ist angesichts der bisherigen Nachfragen überzeugt, dass bald nach der Eröffnung Leben in das Gemeindezentrum einziehen wird. „Die Räume eignen sich gut auch für Kaffeerunden der Senioren, für Vorträge, Schulungen, Computerkurse oder für einen Kreativzirkel und Einwohner mit allgemein interessierenden speziellen Interessen, die nicht in Vereinen organisiert sind. Ich kann mir auch Filmvorführungen vorstellen“, zählt er ohne Anspruch auf Vollständigkeit auf. „Wer mitmachen und Verantwortung übernehmen möchte, der ist willkommen“, heißt es.
Der Komplettumbau mit Sanierung der alten Schule in Hohenleipisch erfolgt mit Unterstützung der EU und des Landes Brandenburg.
Der Komplettumbau mit Sanierung der alten Schule in Hohenleipisch erfolgt mit Unterstützung der EU und des Landes Brandenburg.
© Foto: Manfred Feller
Nutzbar werde das Gemeindezentrum, das auch Begegnungs- und Beratungszentrum heißen könnte, voraussichtlich ab dem Spätsommer sein. Im nächsten Schritt müssten schließlich noch die Außenanlagen gestaltet werden. Aufenthaltsmöglichkeiten sollen dann nicht fehlen. „Bänke zum Verweilen sind rar in Hohenleipisch. Wir sollten davon mehr aufstellen“, meint Lutz Schumann. Er baue auch selbst welche. Wenn alles fertig sei, werde das Gemeindezentrum im Umfeld von Kirche, Kita und Schule – wie eingangs erwähnt – eine schöne Ecke von Hohenleipisch werden. Davon ist der Bürgermeister überzeugt.